Gewerbe & Verwaltung
Glasfronten in Gastronomie und Café pflegen
- Praxiswissen seit 2004
- Fachlich geprüft
- Verständlich erklärt
- Kostenlose Einschätzung per Foto
Was anders ist
Weshalb Gastronomieglas schneller verschmutzt
Kaum eine Branche fordert Glas so stark wie die Gastronomie. In der Küche entsteht beim Braten, Frittieren und Grillen ein feiner Fettnebel, der sich trotz Abzugshaube im ganzen Lokal verteilt. Er legt sich als klebriger Film auf die Innenseite der Fenster, auf Glastrennwände und Vitrinen und bindet jeden Staubpartikel. Dazu kommt Feuchtigkeit: Kaffeemaschinen, Spülmaschinen und viele Menschen in einem Raum erhöhen die Luftfeuchte, und im Winter beschlagen die Scheiben von innen.
Außen wirkt die Straße – Abgase, Staub, Regenspritzer – und im Sommer die Terrasse mit Sonnenschirmen, Tischen und Gästen, die an der Scheibe lehnen. Und schließlich gibt es Kinderhände, Hunde und die Gewohnheit vieler Gäste, beim Hinausgehen die Tür am Glas statt am Griff aufzustoßen.
- Innen: Fettfilm, Nikotinreste bei Raucherbereichen, Kondenswasserränder.
- Außen: Straßenstaub, Vogelkot unter Markisen, Spritzwasser vom Gehweg.
- Türen: Abdrücke von Händen und Tabletts, Kratzer von Stühlen.
- Vitrinen und Tresenaufsätze: Fingerabdrücke, Speisereste, Kalk von Dampf.
Hauptgegner
Fettfilm von innen: richtig lösen statt verschmieren
Der häufigste Fehler in Restaurants: Die Fenster werden mit einem normalen Glasreiniger eingesprüht und mit einem Tuch trocken gerieben. Bei Fett bewirkt das vor allem eins – der Film wird gleichmäßig verteilt, die Scheibe wirkt danach noch schmieriger.
Zuerst entfetten
Fettfilm braucht ein Mittel, das Fett löst, etwa ein leicht alkalisches Reinigungsmittel in passender Verdünnung. Es wird mit einem Einwascher großzügig aufgetragen und kurz einwirken lassen. Bei starken Ablagerungen ist ein zweiter Durchgang nötig.
Mit klarem Wasser nachwaschen
Bevor abgezogen wird, sollte das gelöste Fett mit frischem Wasser verdünnt werden. Sonst bleibt beim Abziehen ein feiner Schleier zurück.
Abziehen und Ränder trocknen
Mit sauberer Gummilippe in Bahnen abziehen und die Ränder mit fusselfreiem Tuch nacharbeiten. Wichtig: Tücher und Abzieher für Fettflächen nicht anschließend für die Außenseite verwenden.
Achtung: Fettlösende Mittel können Holzrahmen, Dichtungen und Sichtschutzfolien angreifen. Rahmen deshalb nur mit milder Lösung abwischen und das Mittel auf dem Glas nicht antrocknen lassen. Eine Übersicht über geeignete Mittel bietet unser Beitrag Fensterputzmittel im Vergleich.
Für das Team
Tagesroutine für Service und Theke
Viel lässt sich mit wenigen Minuten pro Schicht abfangen. Eine einfache Routine, die sich in vielen Betrieben bewährt hat:
Vor Öffnung: Eingangstür
Griffbereich und untere Hälfte der Tür mit feuchtem Mikrofasertuch und trockenem Nachwischtuch säubern.
Vor Öffnung: Vitrinen und Tresenglas
Abdrücke entfernen, Kuchenvitrinen innen trocken auswischen.
Nach dem Mittagsgeschäft: Sichtkontrolle
Ein schneller Blick auf Terrassentüren und Fensterplätze, grobe Spritzer sofort entfernen.
Nach Schließung: Kondenswasser
Im Winter beschlagene Scheiben trocken abziehen, damit keine Wasserränder auf Fensterbänken und Rahmen entstehen.
Praxistipp: Hängen Sie für das Glas ein eigenes, farblich unterscheidbares Tuchset an die Theke. Tücher, die vorher an Tischen oder in der Küche benutzt wurden, tragen Fett ein und machen jede Mühe zunichte.
Planung
Ein sinnvoller Turnus für die Grundpflege
Die Tagesroutine hält das Gröbste fern, ersetzt aber nicht die vollflächige Reinigung von Innen- und Außenseite, Rahmen und Fensterbänken. Wie oft diese ansteht, hängt vom Betriebstyp ab.
| Betrieb | Außenseite Front | Innenseite | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Café ohne große Küche | alle zwei Wochen | monatlich | Vitrinen täglich |
| Restaurant mit offener Küche | alle zwei Wochen | alle zwei Wochen | Fettfilm innen entscheidend |
| Imbiss und Grill | wöchentlich | wöchentlich | starker Fettnebel |
| Bar mit Abendbetrieb | alle zwei bis vier Wochen | monatlich | Beleuchtung zeigt Schlieren |
| Biergarten und Terrasse | in der Saison wöchentlich | nach Bedarf | Glaswände und Windschutz |
Diese Werte sind Erfahrungswerte, die je nach Lage abweichen. An einer stark befahrenen Straße in Kreuzberg sieht eine Front schneller grau aus als in einer ruhigen Seitenstraße. Mehr zum allgemeinen Bedarf finden Sie im Artikel zur passenden Häufigkeit.
Saison
Terrassensaison: Glaswände, Windschutz und Markisen
Mit dem Frühjahr kommen Außenflächen hinzu, die im Winter eingelagert oder unberührt waren. Mobile Glaswände als Windschutz, Glasgeländer und Terrassenüberdachungen verschmutzen im Freien schnell und stehen gleichzeitig mitten im Blickfeld der Gäste.
Lauf der Sonne beachten
Eine Terrassenfront nach Westen sieht morgens tadellos aus und zeigt nachmittags, wenn die Sonne tief steht, jeden Fingerabdruck. Wer seine Gäste vor allem am Abend bewirtet, sollte die Außenseite deshalb gezielt im Gegenlicht kontrollieren und kleine Spuren gleich am frühen Nachmittag entfernen. Für Abendlokale ist zudem die Innenseite wichtiger, sobald draußen die Dämmerung einsetzt und Kerzen oder Hängeleuchten sich im Glas spiegeln.
Vor Saisonbeginn gründlich reinigen
Nach dem Winter sitzen auf eingelagerten Glaswänden Staub, Spinnweben und Wasserflecken. Ein gründlicher Durchgang vor dem ersten Terrassentag lohnt sich, danach reicht eine kurze Pflege.
Pollen und Blütenstaub
Im Frühjahr legt sich ein gelblicher Film auf alle Außenflächen. Dieser lässt sich mit viel Wasser gut lösen, sollte aber nicht trocken weggerieben werden, weil Pollenkörner leicht schmirgeln. Mehr dazu im Ratgeber über Pollen auf Scheiben.
Markisen nicht vergessen
Unter einer verschmutzten Markise tropft bei Regen grauer Schmutz auf die frisch geputzte Front. Wer beides zusammen plant, hat länger etwas davon. Hinweise gibt der Beitrag zur Markisenpflege.
Vermeiden
Typische Fehler im Gastronomiealltag
Küchenpapier auf Glas
Papier fusselt, verteilt Fett und hinterlässt Fasern. Mikrofaser und Abzieher sind die bessere Wahl.
Reinigen in praller Sonne
Auf einer sonnigen Südfront trocknet das Wasser, bevor man abziehen kann. Ergebnis: Streifen. Früh morgens oder abends arbeiten.
Spülmittel in hoher Dosis
Zu viel Tensid hinterlässt einen Film, der neuen Schmutz anzieht. Sparsam dosieren und klar nachspülen.
Kratzer durch Stühle
Stapelstühle an der Scheibe hinterlassen Abrieb und im schlimmsten Fall Kratzer. Abstand halten oder Puffer anbringen.
Wenn trotz aller Mühe Streifen bleiben, hilft der Beitrag zu Schlieren und ihren Ursachen bei der Fehlersuche.
Lebensmittelbereich
Hygiene und Lebensmittelsicherheit
In Bereichen mit offenen Lebensmitteln gelten besondere Anforderungen. Reinigungsmittel dürfen nicht in Speisen gelangen, und Arbeiten an Fenstern über Theken oder Auslagen sollten nur stattfinden, wenn diese leer oder abgedeckt sind. Viele Betriebe legen die gründliche Glasreinigung deshalb auf Ruhetage oder in die Zeit vor Öffnung. Informationen zur Lebensmittelhygiene stellt das Land Berlin auf berlin.de bereit. Dieser Ratgeber ersetzt keine Beratung durch die zuständige Lebensmittelaufsicht.
Vom Fachbetrieb
Wann sich ein externer Partner auszahlt
Spätestens wenn die Front zwei Etagen hoch ist, ein Glasvordach den Eingang überspannt oder der Fettfilm innen nicht mehr mit Bordmitteln zu bewältigen ist, lohnt sich ein Fachbetrieb. Wir kommen vor dem Mittagsgeschäft, am Ruhetag oder am frühen Morgen und arbeiten so, dass Ihr Betrieb pünktlich öffnen kann. Für hohe Außenflächen setzen wir wasserführende Stangen mit entmineralisiertem Wasser ein.
Unsere Glaspflege für Restaurants, Cafés und Bars umfasst Fronten, Terrassentüren und Innenglas; Glasvordächer über dem Eingang reinigen wir über die Vordachpflege mit. Ein Festpreisangebot schicken wir meist innerhalb von 24 Stunden nach Ihrer Anfrage. Was den Preis bestimmt, erläutert die Seite Preise.
Gut zu wissen
