Sonnenschutz
Markise reinigen: Stoff, Kassette und Gelenkarme
- Praxiswissen seit 2004
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Bestandteile
Woraus eine Markise besteht – und was jeweils schmutzig wird
Eine Gelenkarmmarkise wirkt wie ein einziges Bauteil, besteht aber aus mehreren Komponenten mit ganz unterschiedlichem Pflegebedarf. Wer das weiß, reinigt gezielter und vermeidet Schäden.
Das Tuch
Meist aus spinndüsengefärbtem Acryl oder Polyester, ab Werk mit einer schmutz- und wasserabweisenden Ausrüstung versehen. Es nimmt Staub, Blütenstaub, Ruß und Vogelkot auf.
Kassette oder Schutzdach
Das Gehäuse aus pulverbeschichtetem Aluminium schützt das eingerollte Tuch. Oben sammeln sich Laub und Spinnweben, unten Insekten und Wasserränder.
Gelenkarme und Ausfallprofil
Die Arme sind mit Federn oder Gurten gespannt und tragen das Tuch. An den Gelenken lagern sich Staub und Fett ab.
Volant
Der herabhängende Stoffstreifen am Ausfallprofil bekommt oft am meisten Spritzwasser und Algenränder ab.
Das Gewebe ist in fast allen Fällen das empfindlichste Teil. Die Imprägnierung lässt Wasser abperlen und verhindert, dass Schmutz tief in die Fasern dringt. Sie ist aber nicht unbegrenzt haltbar und reagiert auf aggressive Mittel.
Bevor Sie anfangen
Vier Grundregeln für die Tuchpflege
- Trocken vor nass: Lockeren Schmutz zuerst mit einer weichen Bürste abkehren, sonst verschmieren Sie ihn mit Wasser in das Gewebe.
- Lauwarm, nicht heiß: Wasser über etwa 40 Grad kann Imprägnierung und Nähte schädigen.
- Mild dosieren: Neutrale Feinwaschmittel oder spezielle Tuchreiniger verwenden, keine Lösungsmittel, kein Chlor.
- Nie nass einfahren: Ein eingerolltes feuchtes Tuch ist die häufigste Ursache für Stockflecken.
Lesen Sie außerdem das Pflegeetikett oder die Herstellerunterlagen. Manche Gewebe sind mit Nanobeschichtungen ausgerüstet, für die eigene Reinigungsprodukte vorgesehen sind.
Schritt für Schritt
So reinigen Sie das Markisentuch
Wählen Sie einen trockenen, bedeckten Tag mit wenig Wind. Fahren Sie die Markise vollständig aus und stellen Sie, falls möglich, eine flachere Neigung ein, damit Sie besser herankommen.
Abbürsten
Mit einem weichen Besen oder einer Kleiderbürste Staub, Spinnweben und lose Blätter von oben nach unten abkehren. Dabei auch die Oberseite nicht vergessen, sofern sie erreichbar ist.
Flecken vorbehandeln
Vogelkot und Harz mit einem feuchten Tuch einweichen und vorsichtig abtupfen. Nicht reiben, sonst drücken Sie die Partikel in die Fasern.
Waschlösung auftragen
Lauwarmes Wasser mit wenig Feinwaschmittel mischen und mit einem weichen Schwamm oder einer Bürste flächig auftragen.
Einwirken lassen
Zehn bis fünfzehn Minuten warten, dabei die Fläche feucht halten. Getrocknete Seifenlauge hinterlässt Ränder.
Gründlich ausspülen
Mit dem Gartenschlauch und sanftem Strahl so lange nachspülen, bis kein Schaum mehr abläuft.
Vollständig trocknen lassen
Die Markise ausgefahren lassen, bis Tuch und Nähte völlig trocken sind – je nach Wetter einige Stunden bis einen Tag.
Achtung: Hochdruckreiniger zerstören die Imprägnierung, reißen Nähte auf und können das Gewebe ausfransen. Auch Dampfreiniger haben am Markisentuch nichts verloren.
Problemfälle
Stockflecken, Grünbelag und Rost
Manche Verschmutzungen lassen sich mit Wasser und Feinwaschmittel nicht beseitigen. Hier hilft ein Blick auf die Ursache.
| Fleck | Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Schwarze Punkte | Schimmel durch nass eingerolltes Tuch | spezieller Tuchreiniger, Behandlung früh beginnen |
| Grüner Belag | Algen auf dauerhaft feuchten Stellen | Feinwaschmittel, weiche Bürste, besseres Trocknen |
| Braune Ränder | Laub oder Wasser, das stehen blieb | großflächig waschen, nicht punktuell |
| Orangefarbene Spuren | Rost von Schrauben oder Nachbarbauteilen | Fachbetrieb fragen, nicht selbst bleichen |
| Graue Schlieren | Ruß und Feinstaub | Abbürsten, dann waschen |
Schimmel sitzt oft tief im Gewebe. Ist er über Monate gewachsen, lassen sich die Flecken aufhellen, aber selten vollständig entfernen. Ehrlich gesagt ist in diesem Fall manchmal ein neues Tuch die wirtschaftlichere Lösung.
Kassette und Arme
Gehäuse, Gelenke und Profile pflegen
Die Kassette aus Aluminium reinigen Sie wie einen Fensterrahmen: mit lauwarmem Wasser, etwas Spülmittel und einem weichen Tuch. Scheuernde Schwämme verkratzen die Pulverbeschichtung. Wie Sie Aluminiumflächen grundsätzlich behandeln, erklärt der Beitrag zu Eloxal und Pulverbeschichtung.
Gelenkarme
Wischen Sie die Arme ab und achten Sie auf Staubnester an den Gelenken. Ob und womit geschmiert werden darf, steht in der Herstelleranleitung. Viele moderne Gelenke sind wartungsfrei, und überschüssiges Fett zieht Schmutz an, der später auf das Tuch übertragen wird.
Ausfallprofil und Endleiste
In den Nuten des vorderen Profils sammeln sich Insekten und Wasser. Ein Pinsel und ein feuchtes Tuch genügen.
Praxistipp: Fahren Sie die Markise nach der Reinigung zwei- bis dreimal ein und aus. So erkennen Sie, ob das Tuch gerade aufläuft und ob die Mechanik ungewohnte Geräusche macht.
Vorsicht
Sicher arbeiten unter und an der Markise
Eine ausgefahrene Markise ist keine Ablage und kein Haltegriff. Die Gelenkarme stehen unter erheblicher Federspannung, und das Tuch trägt kein zusätzliches Gewicht. Stützen Sie sich beim Reinigen nie auf das Ausfallprofil und hängen Sie keine Eimer daran.
Elektrisch betriebene Anlagen sollten Sie vor der Wäsche am Schalter sichern oder den Funksender außer Reichweite legen, damit niemand versehentlich einfährt, während Sie am Tuch arbeiten. Bei Modellen mit Wind- oder Sonnensensor schalten Sie die Automatik für die Dauer der Reinigung ab. Wasser darf nicht in den Motorbereich oder in Steckverbindungen laufen; spülen Sie deshalb in der Nähe des Wandanschlusses besonders sparsam.
Brauchen Sie für die Oberseite eine Leiter, stellen Sie diese seitlich neben die Markise und nicht in den Schwenkbereich der Arme. Arbeiten über Kopf mit nassen Händen und Schaum im Gesicht sind unangenehm und erhöhen das Risiko, auszurutschen. Eine Schutzbrille ist keine übertriebene Vorsicht.
Übers Jahr
Pflege im Saisonverlauf
Am meisten bringt eine gründliche Wäsche zum Ende der Saison, bevor die Markise für den Winter eingefahren bleibt. So überwintert kein Schmutz und keine Feuchtigkeit im Wickel. Ein zweiter, leichter Durchgang im Frühjahr entfernt Staub aus dem Gehäuse und bereitet das Tuch auf den Sommer vor.
Zwischendurch genügt Abbürsten. Wenn Sie nach einem Regenschauer die Markise einfahren mussten, fahren Sie sie bei der nächsten trockenen Gelegenheit wieder aus, damit das Tuch abtrocknen kann. Gerade in Berliner Innenhöfen mit wenig Sonne dauert das länger als gedacht.
Viele verbinden den Saisonabschluss mit der Pflege anderer Sonnenschutzanlagen. Wie Sie Lamellen und Führungsschienen behandeln, beschreibt der Beitrag zur Raffstore-Pflege; für innen liegende Behänge empfehlen wir die Tipps zum Reinigen von Jalousien. Wie Sonnenschutz insgesamt das Raumklima beeinflusst, lesen Sie unter Sommerhitze und Fenster.
Schutz erneuern
Wann eine Nachimprägnierung sinnvoll ist
Perlt Wasser nicht mehr ab, sondern zieht sofort in das Gewebe ein, ist die werkseitige Ausrüstung erschöpft. Im Fachhandel gibt es Imprägniersprays für technische Textilien. Tragen Sie sie nur auf ein sauberes, vollständig trockenes Tuch auf und arbeiten Sie im Freien. Hinweise zu Inhaltsstoffen und zum umweltgerechten Umgang mit Sprays finden Sie beim Umweltbundesamt.
Eine Imprägnierung ersetzt keine verschlissenen Nähte. Sind die Fäden brüchig oder lösen sich, gehört die Markise in eine Fachwerkstatt.
Vom Fachbetrieb
Wann wir die Markise für Sie reinigen
Große Markisen über Terrassen, Anlagen an Ladenfronten oder Modelle im Obergeschoss lassen sich privat kaum gründlich reinigen. Unsere Markisenreinigung umfasst Tuch, Volant, Kassette und Arme, mit Mitteln, die auf Acryl- und Polyestergewebe abgestimmt sind. Gerade in der Gastronomie wird das gern mit der Pflege der Ladenfront kombiniert.
Was wir nicht tun: Federn spannen, Motoren einstellen oder Tücher austauschen. Das ist Aufgabe des Markisenbauers. Pascal Hartmann und sein Team weisen Sie aber darauf hin, wenn bei der Reinigung Verschleiß sichtbar wird. Fotos und Maße schicken Sie einfach über die Anfrage.
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