Berlin & Jahreszeiten
Pollen auf Fenstern: Die gelbe Schicht im Frühjahr
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Was da liegt
Woher der gelbe Film kommt
Windbestäubte Pflanzen produzieren enorme Mengen Pollen, damit wenigstens ein kleiner Teil die passende Blüte erreicht. Der Rest landet überall: auf Straßen, in Wasserpfützen und eben auf Fenstern. Besonders auffällig ist der gelbe Belag, wenn Kiefern und andere Nadelbäume blühen, deren Pollen in großen Mengen und deutlich sichtbar fliegen. Birkenpollen, die vielen Allergikern zu schaffen machen, sind dagegen eher unscheinbar.
Berlin ist eine sehr grüne Stadt mit vielen Straßenbäumen, Parks und Waldgebieten am Stadtrand. Wer in der Nähe von Grunewald, Tegeler Forst oder Köpenicker Wäldern wohnt, kennt den gelben Schleier besonders gut. Aber auch in der Innenstadt sorgen Linden, Ahorne, Platanen und Birken für reichlich Blütenstaub.
Ein grober Pollenkalender
| Zeitraum | Typische Pollen | Wirkung auf die Fenster |
|---|---|---|
| Februar bis März | Hasel, Erle | eher leichter, kaum sichtbarer Staub |
| April bis Mai | Birke, Pappel, Eiche, Buche | grauer bis gelblicher Belag, Allergiehochsaison |
| Mai bis Juni | Kiefer und andere Nadelbäume, Gräser | auffälliger gelber Film, Pfützen mit gelbem Rand |
| Juni bis Juli | Linde, Gräser | klebrige Beläge durch Blütenstaub und Honigtau |
Die genauen Zeiten verschieben sich je nach Witterung von Jahr zu Jahr. Aktuelle Vorhersagen veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst.
Warum es klebt
Warum Blütenstaub so schlecht abgeht
Pollenkörner tragen eine Hülle mit öligen und klebrigen Bestandteilen, die ihnen helfen, an Insekten oder Blüten zu haften. Auf dem Glas wirken diese Stoffe ähnlich: Sie verbinden sich mit Feuchtigkeit aus Tau oder Regen und trocknen zu einem Film an. Kommt noch Feinstaub aus dem Verkehr hinzu, entsteht ein schmieriger Belag, der beim trockenen Wischen eher verteilt als entfernt wird.
Ein leichter Regenschauer verschlimmert die Lage oft. Er reicht nicht, um die Pollen abzuspülen, löst sie aber an und lässt sie in Tropfenform eintrocknen. Das Ergebnis sind gelblich-graue Punkte und Ränder, die besonders im Gegenlicht auffallen.
Achtung: Wischen Sie Pollenbeläge nie trocken ab. Neben dem Schmiereffekt wirbeln Sie den Staub auf, was für Allergiker unangenehm ist, und enthaltene Sandkörnchen können das Glas zerkratzen.
So geht’s
Pollenbelag richtig entfernen
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Methode ist Blütenstaub kein schwieriger Gegner.
Fensterbank zuerst abspülen
Außen sammelt sich auf der Fensterbank am meisten Staub. Wird sie zuerst mit reichlich Wasser abgespült, landet beim Glasputzen nichts mehr darauf, was erneut aufwirbelt.
Großzügig einweichen
Die Scheibe mit viel lauwarmem Wasser und einem Hauch Spülmittel einwaschen, damit die klebrigen Bestandteile anlösen. Ruhig eine Minute warten.
Gründlich einwaschen
Mit dem Einwascher die ganze Fläche bearbeiten, Ecken und Ränder mit einschließen. Den Einwascher zwischendurch auswaschen.
Abziehen
Mit dem Abzieher in Bahnen von oben nach unten ziehen und die Gummilippe nach jeder Bahn abwischen.
Rahmen und Dichtungen nachwischen
Pollen lagern sich gern in den Kanten der Dichtung ab. Ein feuchtes Mikrofasertuch nimmt sie auf.
Wasser wechseln
Bei stark belasteten Fenstern nach wenigen Scheiben frisches Wasser nehmen, sonst trägt man den Pollenfilm nur weiter.
Praxistipp: Bei hohen Außenflächen ist eine wasserführende Stange mit entmineralisiertem Wasser ideal: Die Bürste löst den Belag, das Reinwasser spült ihn ab und trocknet ohne Ränder.
Für Allergiker
Saubere Scheiben und Heuschnupfen
Für Menschen mit Pollenallergie ist das Fensterputzen in der Hochsaison eine zwiespältige Sache: Einerseits bringt es Pollen aus dem direkten Wohnumfeld, andererseits kommt man dabei mit viel Blütenstaub in Kontakt. Einige Hinweise helfen, die Belastung gering zu halten. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung.
- Nass statt trocken: Feucht gebundener Staub wirbelt nicht auf.
- Tageszeit wählen: In der Stadt ist die Pollenkonzentration häufig abends höher, auf dem Land eher morgens – Pollenflugvorhersagen geben Orientierung.
- Kleidung wechseln: Nach dem Außenputzen Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen und Haare waschen.
- Pollenschutzgitter reinigen: Spezielle Gitter halten einen Teil der Pollen ab, müssen aber regelmäßig abgespült werden.
- Arbeit abgeben: Wer stark reagiert, lässt die Außenseiten in der Hochsaison besser von anderen erledigen.
Hinweise zu Pollenschutzgittern und Fliegengittern liefert der Beitrag Insektenschutzgitter reinigen. Allgemeine Informationen zu Allergien bieten Gesundheitsportale öffentlicher Stellen und Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr Arzt.
Häufige Fehler
Was beim Kampf gegen den gelben Schleier schiefgeht
Mit dem Gartenschlauch abspritzen
Das wirkt schnell, hinterlässt aber bei hartem Berliner Leitungswasser Kalkränder. Außerdem drückt ein harter Strahl Wasser in Rollladenkästen und Falze. Besser ist ein sanftes Abspülen mit anschließendem Abziehen.
Zu viel Reinigungsmittel
Ein tensidreicher Film auf dem Glas zieht neuen Blütenstaub geradezu an. Wenig Mittel und gründliches Abziehen halten die Scheibe länger sauber.
Fenster während des Putzens offen lassen
Wer die Außenseite bei geöffnetem Flügel reinigt, holt sich den aufgewirbelten Staub direkt in die Wohnung. Allergiker schließen deshalb benachbarte Fenster und reinigen die Außenseite möglichst zügig.
Den Einwascher nicht auswaschen
Ein Bezug voller Pollen verteilt den Belag nur von Scheibe zu Scheibe. Nach jedem zweiten oder dritten Fenster gründlich im Eimer ausspülen.
Planung
Wann putzen, wenn ständig neue Pollen fliegen?
Viele fragen sich, ob Fensterputzen in der Pollensaison überhaupt Sinn hat. Die ehrliche Antwort: Ein vollständig pollenfreies Fenster gibt es zwischen April und Juni nur für ein paar Tage. Trotzdem ist es keine verlorene Mühe, denn ein Belag, der wochenlang mit Regen, Tau und Staub verbackt, ist später deutlich schwerer zu entfernen.
Bewährt hat sich folgende Strategie:
- Gründlicher Frühjahrsputz vor Beginn der starken Blüte, idealerweise im März.
- In der Hochsaison bei Bedarf nur die Außenseiten kurz nachspülen oder mit Reinwasser reinigen.
- Nach Ende der Kiefern- und Gräserblüte im Juni eine gründliche Runde mit Rahmen und Fensterbänken.
Den Ablauf für die große Frühjahrsrunde beschreibt unser Beitrag Frühjahrsputz an den Fenstern. Wie oft eine Reinigung grundsätzlich sinnvoll ist, erläutert der Artikel Wie oft sollte man Fenster putzen lassen?
Rundherum
Wintergarten, Glasdach und Balkonverglasung
Auf geneigten und waagerechten Glasflächen bleiben Pollen besonders lange liegen. Auf einem Wintergartendach oder einer Terrassenüberdachung bilden sie zusammen mit Blättern und Blütenresten schnell eine Nährschicht für Algen und Grünbelag. Spätestens im Frühsommer lohnt sich hier eine gründliche Reinigung, bevor sich der Belag festsetzt.
Weil das Betreten von Glasdächern lebensgefährlich sein kann, gehören diese Flächen in professionelle Hände. Hintergründe dazu bietet der Beitrag Wintergarten reinigen. Bei Balkonverglasungen landen Pollen zudem gern in den Laufschienen und machen Schiebeelemente schwergängig – einmal aussaugen und feucht auswischen genügt meist.
Vom Fachbetrieb
Pollenreinigung durch unsere Fachkräfte
Für Haushalte mit Allergikern, für Praxen und Büros mit vielen Außenflächen übernehmen wir die Reinigung gern zum passenden Zeitpunkt in der Saison. Wir arbeiten mit Einwascher und Abzieher, außen bei höheren Flächen mit Reinwasser, und nehmen Rahmen, Falze und Fensterbänke mit. Pascal Hartmann empfiehlt, die gründliche Runde nach der Hauptblüte zu legen und in der Hochsaison nur gezielt nachzureinigen.
Alle Infos zum Leistungsumfang finden Sie auf der Seite zur Reinigung von Scheiben, Rahmen und Falzen. Eine Anfrage mit Fotos stellen Sie über das Kontaktformular; Kostenfaktoren erklärt die Seite Preise.
Gut zu wissen
