Berlin & Jahreszeiten
Herbst: Laub, Regen und schmutzige Scheiben
- Praxiswissen seit 2004
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Das Problem
Warum frisch geputzte Scheiben im Oktober so schnell grau aussehen
Der Herbst bringt eine besondere Mischung auf das Glas. Berlins Straßenbäume, allen voran Linden, Ahorn und Kastanien, verlieren über Wochen ihre Blätter. Nasses Laub zerfällt, Gerbstoffe lösen sich und färben Regenwasser bräunlich. Wenn dieses Wasser über Fensterbleche, Gesimse oder Vordächer läuft, landet es als Tropfspur auf den Scheiben.
Gleichzeitig wäscht Regen die Stadtluft aus. Feinste Partikel aus Verkehr, Heizungen und Baustellen werden mit den Tropfen auf jede Fläche gelegt. Trocknet die Scheibe dann, bleiben die bekannten grauen Punkte zurück. Wer meint, Regen würde Fenster putzen, merkt im Herbst schnell, dass es eher umgekehrt ist.
Hinzu kommt das Licht: Die Sonne steht im Oktober und November bereits tief und scheint schräg durch das Glas. Jeder Wasserrand, jede Laubspur und jeder Fingerabdruck wird dadurch sichtbarer als im Hochsommer.
Ursachen im Detail
Die vier typischen Schmutzquellen
Überlaufende Rinnen
Ist die Dachrinne mit Laub verstopft, schwappt Regenwasser über den Rand und läuft an der Fassade herunter. Fenster in den oberen Etagen bekommen dann regelrechte Schmutzbahnen ab, oft mit Moosresten und Dachpappenkrümeln.
Gerbsäure aus Blättern
Blätter, die auf Fensterbänken oder in Ecken liegen bleiben, geben braune Farbstoffe ab. Auf hellen Kunststoffrahmen und Silikonfugen hinterlassen sie Flecken, die sich nicht mehr vollständig entfernen lassen, wenn man zu lange wartet.
Spritzwasser von unten
An Erdgeschossfenstern und Terrassentüren schleudert Regen Erde, Sand und zerfallenes Laub hoch. Hochbeete, Kiesflächen und Pflaster ohne Ablauf verstärken diesen Effekt deutlich.
Luftschmutz im Regen
Stadtluft enthält feine Rußteilchen und Abrieb. Sie lagern sich mit jedem Schauer auf dem Glas ab und bilden mit der Zeit einen gleichmäßigen Grauschleier, der besonders an Hauptstraßen auffällt.
Ausführlicher beschäftigt sich der Beitrag über Feinstaub und graue Fenster in Berlin mit dem letzten Punkt.
Oben anfangen
Erst die Rinne, dann das Glas
Wer im Herbst die Fenster putzt, bevor die Dachrinne frei ist, arbeitet oft doppelt. Bereits der nächste kräftige Regen spült den Inhalt einer verstopften Rinne über die Fassade. Gerade bei Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern mit Bäumen auf dem Grundstück lohnt sich deshalb eine feste Reihenfolge.
Laubfall abwarten
Die meisten Bäume sind in Berlin Ende Oktober bis Mitte November weitgehend kahl. Eine Rinnenreinigung vorher bringt wenig, wenn danach noch die halbe Krone herunterkommt.
Rinne und Fallrohr freimachen
Laub, Moos und Schlamm entfernen, Fallrohre auf Durchlauf prüfen und Laubfanggitter säubern. Ohne sichere Leiter oder Gerüst gehört diese Arbeit in fachkundige Hände.
Fassade und Fensterbleche abspülen
Nach der Rinnenreinigung liegen oft Reste auf Gesimsen und Blechen. Diese mit klarem Wasser wegspülen, bevor das Glas drankommt.
Scheiben und Rahmen reinigen
Jetzt erst das Glas einwaschen und abziehen. Rahmen und Falze mitnehmen, sonst läuft beim ersten Schauer Schmutz aus den Fugen nach.
Wie oft eine Rinne gereinigt werden sollte, hängt stark vom Baumbestand ab; der Ratgeber Dachrinne reinigen: Wann und wie oft? gibt dazu Orientierung.
Achtung: Nasse Leitern auf feuchtem Laub rutschen leicht weg. Stellen Sie Leitern nie auf eine Laubschicht und lassen Sie bei Arbeiten an der Rinne immer eine zweite Person sichern. Hinweise zur sicheren Leiterbenutzung gibt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung.
Planung
Der passende Zeitpunkt für die Herbstpflege
Viele Haushalte putzen ihre Fenster zweimal im Jahr: im Frühjahr und im Herbst. Für die Herbstrunde hat sich ein Termin nach dem Hauptlaubfall bewährt, also meist im November. Dann bleibt das Ergebnis über den Winter weitgehend erhalten, und die Wintersonne fällt auf klare Scheiben.
| Zeitraum | Sinnvolle Arbeiten | Hinweis |
|---|---|---|
| September | Insektengitter abnehmen und reinigen, Sommerstaub entfernen | Glas wird bis zum Laubfall wieder schmutzig |
| Oktober | Fensterbänke regelmäßig von Laub befreien | Gerbstoff-Flecken früh verhindern |
| November | Rinnen leeren, danach Fenster und Rahmen gründlich putzen | bester Zeitpunkt für die Hauptrunde |
| Dezember | Innenseiten, Kondensat im Blick behalten | außen nur an frostfreien Tagen |
Wenn Sie überlegen, wie oft sich ein Termin überhaupt lohnt, hilft der Artikel Wie oft sollte man Fenster putzen lassen? bei der Einordnung.
Zum Selbermachen
Herbstschmutz selbst entfernen: worauf es ankommt
Laubspuren und Regenränder sind meist gut löslich, solange sie frisch sind. Mit lauwarmem Wasser und wenig Spülmittel kommen Sie in der Regel aus. Wichtig ist, groben Schmutz zuerst abzuspülen, statt ihn trocken zu wischen: Sandkörner, die mit dem Regen auf das Glas gelangt sind, können beim Reiben feine Kratzer erzeugen.
Braune Flecken an Rahmen und Bänken
Gerbstoff-Verfärbungen auf Kunststoff lassen sich mit einem milden Allzweckreiniger und einem weichen Schwamm oft aufhellen. Scheuermittel und Melaminschwämme sind tabu, weil sie die Oberfläche aufrauen und sich Schmutz danach noch schneller festsetzt. Bei Holzrahmen genügt klares Wasser mit wenig Neutralseife; anschließend trocken nachwischen.
Insektengitter nicht vergessen
Fliegengitter sammeln im Herbst Blattstaub und Spinnweben. Bevor Sie sie für den Winter abnehmen, lohnt sich eine Reinigung mit der Brause; der Beitrag zu Insektenschutzgittern beschreibt das genauer.
Praxistipp: Legen Sie im Herbst ein altes Handtuch auf die Innenfensterbank, bevor Sie die Außenseite putzen. Schmutziges Wasser aus dem Falz läuft beim Öffnen gern nach innen und färbt helle Bänke.
Häufige Fehler
Drei Irrtümer, die im Herbst Arbeit kosten
Aus vielen Jahren Praxis an Berliner Wohnhäusern kennen wir einige Muster, die sich jedes Jahr wiederholen. Sie sind leicht zu vermeiden, wenn man sie einmal durchschaut hat.
- „Ich warte bis zum Frühjahr.“ Laubreste und Gerbstoffe, die den ganzen Winter auf Rahmen und Dichtungen liegen, setzen sich fest und lassen Gummiprofile schneller altern. Eine kurze Herbstrunde erspart später mühsames Schrubben.
- „Das Vordach regelt das schon.“ Glasvordächer und Terrassendächer sammeln Laub, das zu einem nassen Teppich verrottet. Das Wasser läuft dann nicht mehr ab, sondern tropft an den Kanten auf Türen und Fenster. Der Beitrag zum Glasvordach zeigt, wie man dort vorgeht.
- „Hochdruckreiniger geht schneller.“ Ein harter Wasserstrahl drückt Wasser in Dichtungen, Rollladenkästen und Lüftungsschlitze. Bei älteren Holzfenstern kann das Feuchteschäden verursachen. Für Glas ist er grundsätzlich ungeeignet.
Ein vierter Punkt betrifft Mietwohnungen: Außenflächen, die von der Wohnung aus nicht gefahrlos erreichbar sind, müssen Sie nicht unter Risiko selbst putzen. Wer dafür zuständig ist, klärt der Beitrag zur Frage Mieter oder Vermieter.
Vom Fachbetrieb
Wann Sie Rinne und Fenster lieber abgeben
Bei Häusern mit mehreren Etagen, großen Bäumen auf dem Grundstück oder schwer zugänglichen Dachflächen ist die Kombination aus Rinnenleerung und Fensterputz ein klassischer Herbstauftrag für unser Team. Wir arbeiten mit Teleskopstangen, geprüften Steighilfen und wasserführenden Stangen, sodass viele Flächen vom Boden aus erreichbar sind.
Wenn Sie beides an einem Termin erledigt haben möchten, beschreiben Sie es kurz in der Anfrage. Die Reinigung von Dachrinnen und Fallrohren und die anschließende Pflege von Scheiben, Rahmen und Falzen planen wir dann in der sinnvollen Reihenfolge. Pascal Hartmann prüft bei größeren Objekten auf Wunsch vorab vor Ort, wie die Rinnen erreichbar sind.
Ein Festpreisangebot erhalten Sie meist innerhalb von 24 Stunden, wenn Sie über das Kontaktformular bis zu fünf Fotos senden. Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht; auf Wunsch übernehmen wir die Herbstrunde jedes Jahr wieder.
Gut zu wissen
