Berlin & Jahreszeiten
Fenster putzen im Winter: Geht das?
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Kurz gesagt
Ja, aber mit klaren Grenzen
Viele Menschen in Berlin verschieben die Fensterpflege grundsätzlich auf das Frühjahr. Das ist verständlich, aber nicht immer nötig. Solange die Außentemperatur über dem Gefrierpunkt liegt und das Glas trocken ist, lassen sich Scheiben auch im Dezember oder Januar ordentlich reinigen. Kritisch wird es erst, wenn das Putzwasser auf der kalten Außenseite anfriert, bevor der Abzieher es aufnehmen kann.
Die Innenseite ist im Winter sogar oft der dringendere Teil. Heizungsluft trägt feinen Staub an das Glas, Kochdunst und Kerzenruß legen einen leicht fettigen Film darauf, und in schlecht gelüfteten Räumen sammelt sich Kondenswasser am unteren Rand. Wer diese Seite regelmäßig wischt, merkt den Unterschied bei jedem Sonnenstrahl, der flach ins Zimmer fällt.
Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie die richtige Gelegenheit erkennen, was Sie dem Wasser zugeben können und wo die Grenzen der winterlichen Pflege liegen.
Wetter lesen
Welche Bedingungen draußen funktionieren
Entscheidend ist nicht nur die Lufttemperatur, sondern die Temperatur des Glases selbst. Eine Scheibe an der Nordseite kann nach einer klaren Nacht deutlich kälter sein als die Luft am Mittag. Legen Sie im Zweifel kurz die Hand auf die Außenseite: Fühlt sie sich eisig an, wartet man besser noch ein bis zwei Stunden.
| Außentemperatur | Außenseite der Scheibe | Innenseite |
|---|---|---|
| über +5 °C, trocken | problemlos möglich, normales Vorgehen | jederzeit |
| +1 bis +5 °C | zügig arbeiten, wenig Wasser, Mittagsstunden nutzen | jederzeit |
| um 0 °C | nur mit Frostschutz-Zusatz und sehr kleinen Abschnitten | jederzeit, Fenster dabei kurz geschlossen halten |
| unter 0 °C | nicht empfehlenswert, Wasser gefriert sofort | möglich, auf Kondensat achten |
| Schneeregen, Nebel | lohnt sich nicht, Glas wird sofort wieder nass | möglich |
Ein bewölkter, windstiller Tag mit drei oder vier Grad plus ist im Berliner Winter oft das beste Fenster für die Außenseiten. Starker Wind dagegen trocknet das Wasser punktuell an und hinterlässt Ränder, selbst wenn es nicht friert.
Mittel und Werkzeug
Was Sie dem Putzwasser beigeben können
Damit Wasser bei niedrigen Temperaturen nicht so schnell anfriert, setzen Profis wie Laien auf einen kleinen Anteil Alkohol. Bewährt hat sich ein Schuss Spiritus oder Isopropanol im Eimer, ungefähr ein Teil auf zehn Teile Wasser. Das senkt den Gefrierpunkt etwas und lässt den Film schneller verdunsten. Ein Tropfen Spülmittel sorgt dafür, dass der Abzieher sauber gleitet.
Was Sie besser vermeiden
- Heißes Wasser auf kaltem Glas: Der schnelle Temperatursprung kann Spannungen erzeugen; bei vorgeschädigtem Glas oder Kantenverletzungen besteht Bruchgefahr.
- Salz im Wasser: Es hinterlässt Schlieren und greift auf Dauer Dichtungen und Metallteile an.
- Enteiserspray fürs Auto: Die Zusätze sind für Autoglas gedacht und können auf Fensterrahmen oder Beschichtungen Flecken bilden.
- Kratzen von Eis mit der Klinge: Gefrorene Krusten nie mechanisch abschaben, sondern abwarten, bis sie getaut sind.
Werkzeugseitig gilt im Winter: lieber ein kurzer Abzieher und ein gut ausgewrungener Einwascher als ein triefendes Tuch. Je weniger Wasser auf der Fläche steht, desto geringer ist das Risiko, dass sich am Rand eine Eisschicht bildet. Mehr zur Handhabung lesen Sie im Beitrag über den richtigen Umgang mit dem Abzieher.
Schritt für Schritt
So gehen Sie an einem kalten Tag vor
Zeitpunkt wählen
Planen Sie die Außenseiten für die Mittagszeit zwischen elf und vierzehn Uhr. Dann ist das Glas am wärmsten und die Sonne steht noch nicht so tief, dass sie blendet.
Material vorbereiten
Lauwarmes, nicht heißes Wasser in den Eimer, einen Schuss Spiritus und wenig Spülmittel dazu. Tücher, Abzieher und ein trockenes Mikrofasertuch für die Kanten griffbereit legen.
Abschnittsweise arbeiten
Nicht das ganze Fenster einwaschen, sondern jeweils nur ein Drittel oder die Hälfte. Sofort abziehen, bevor der Film anzieht.
Kanten trocknen
Den unteren Rand und die Ecken mit dem trockenen Tuch nachnehmen, damit sich dort kein Wasser sammelt und über Nacht festfriert.
Falz und Dichtung prüfen
Steht im Falz Wasser, saugen Sie es mit einem Tuch auf. Gefrorenes Wasser in der Dichtung kann den Flügel beim nächsten Öffnen festhalten.
Innen zum Schluss
Die Innenseite bei geschlossenem Fenster und laufender Heizung reinigen; dort klappt alles wie gewohnt.
Praxistipp: Öffnen Sie das Fenster für die Außenseite nur so lange wie nötig. Ein lange gekippter Flügel kühlt den Rahmen und die Laibung aus, und genau dort bildet sich später Kondenswasser.
Drinnen
Kondenswasser, Heizungsstaub und Schimmelgefahr
Im Winter beschlagen besonders ältere Fenster von innen. Feuchte Raumluft trifft auf das kühle Glas, das Wasser schlägt sich nieder und läuft in den Falz. Bleibt das über Wochen so, entstehen an Dichtungen und Holzrahmen dunkle Punkte. Das ist kein Schmutz im klassischen Sinn, sondern ein Hinweis auf Feuchtigkeit, die abgeführt werden muss.
Was im Alltag hilft
- Stoßlüften mehrmals täglich für einige Minuten statt dauerhaft gekippter Flügel.
- Kondensat morgens abwischen, am besten mit einem saugfähigen Tuch oder einem kleinen Fenstersauger.
- Fensterbank freihalten, damit warme Heizungsluft am Glas entlangstreichen kann.
- Dichtungen gelegentlich trocken wischen und auf Verfärbungen achten.
Hinweise zum Lüften und zur Vermeidung von Schimmel veröffentlicht unter anderem das Umweltbundesamt. Bei hartnäckigem Befall oder feuchten Wänden sollten Sie Vermieter oder Fachleute für Bauphysik hinzuziehen; mit Putzen allein lässt sich das Problem nicht lösen. Wenn das Glas zwischen den Scheiben selbst trüb wird, liegt ein anderer Fall vor, den der Beitrag zu beschlagenem Isolierglas erklärt.
Offen gesagt
Wann Warten die bessere Entscheidung ist
Bei Dauerfrost lohnt es sich nicht, die Außenseiten zu erzwingen. Selbst mit Zusatz bilden sich dann feine Eisränder, die beim Antauen trübe Tropfspuren hinterlassen. Außerdem sind Fensterbänke, Balkone und Leitersprossen bei Kälte glatt; das Unfallrisiko steigt deutlich.
Achtung: Lehnen Sie sich im Winter nicht aus dem Fenster, um schwer erreichbare Außenflächen zu putzen. Gefrorene Fensterbleche und kalte Hände sind eine gefährliche Kombination. Für hoch gelegene Scheiben ist eine Teleskopstange vom Boden aus oder ein Fachbetrieb die sicherere Wahl.
Ein weiteres Thema ist Streusalz. An Erdgeschossfenstern zu stark befahrenen Straßen spritzt salzhaltiges Schmelzwasser bis an die Scheiben. Diese Rückstände sollten Sie bei milderem Wetter mit viel klarem Wasser abspülen, statt sie trocken abzureiben, denn die Kristalle wirken wie feines Schleifmittel.
Wer im Februar ohnehin plant, nach den letzten Frostnächten gründlich durchzustarten, findet im Leitfaden zum Frühjahrsputz eine passende Reihenfolge.
Vom Fachbetrieb
Wann sich Unterstützung in der kalten Saison lohnt
Unser Team arbeitet auch im Winter, sofern das Wetter es zulässt. Mit wasserführenden Stangen und entmineralisiertem Wasser lassen sich Außenflächen an milden Tagen schnell und ohne Rückstände behandeln, weil Reinwasser ohne Mittel rückstandsfrei abtrocknet. Bei Frost verschieben wir Außenarbeiten in Absprache mit Ihnen, statt ein schlechtes Ergebnis abzuliefern.
Sinnvoll ist eine Beauftragung vor allem dann, wenn Fenster schwer zugänglich sind, Sie selbst nicht auf Leitern steigen möchten oder Gewerbeflächen auch im Winter repräsentativ aussehen sollen. Pascal Hartmann, unser fachlich Verantwortlicher, rät zudem bei Wohnungsübergaben im Januar oder Februar zu einem Termin, weil Vermieter dann besonders auf Kalkränder und Kondensspuren achten.
Alle Details zum Ablauf finden Sie auf der Seite zur Fensterreinigung für Wohnungen und Gewerbe. Was den Preis beeinflusst, erklärt die Übersicht Preise und Kostenfaktoren. Schicken Sie uns gern einige Fotos über das Anfrageformular; ein Festpreisangebot erhalten Sie meist innerhalb von 24 Stunden.
Gut zu wissen
