Stadtluft und Glas
Feinstaub in Berlin: Warum Fenster so schnell grau werden
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Was da klebt
Woraus der graue Film eigentlich besteht
Der Begriff Feinstaub fasst sehr kleine Partikel zusammen, die lange in der Luft schweben. In einer Großstadt stammen sie aus vielen Quellen: Verbrennungsmotoren, Brems- und Reifenabrieb, Heizungen, Baustellen, Industrie in der Region und aufgewirbeltem Straßenstaub. Ein Teil wird auch von weit her herangetragen, etwa bei bestimmten Wetterlagen aus dem Umland.
Auf dem Fensterglas zeigen sich diese Partikel als gleichmäßiger, leicht öliger Belag. Ruß hat die Eigenschaft, Fette zu binden; deshalb schmiert der Film, wenn man ihn nur mit klarem Wasser abwischt. Abrieb von Bremsen enthält zudem feine Metallteilchen, die sich in Verbindung mit Feuchtigkeit hartnäckig an die Oberfläche heften.
Aktuelle Messwerte und Hintergründe zur Luftqualität in der Stadt veröffentlicht die Senatsverwaltung auf berlin.de; bundesweite Daten bietet das Umweltbundesamt. Für die Fensterpflege genügt aber eine einfache Erkenntnis: Je näher am Verkehr, desto schneller kommt der Schleier zurück.
Lage entscheidet
Warum manche Fenster stärker betroffen sind als andere
Selbst innerhalb eines Hauses verschmutzen Scheiben unterschiedlich schnell. Aus der Praxis lassen sich ein paar Faustregeln ableiten, die bei der Planung helfen.
| Lage | Typische Belastung | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| Straßenseite an einer Hauptverkehrsachse, unteres Geschoss | hoch: Ruß, Abrieb, Spritzwasser | Grauschleier oft schon nach wenigen Wochen sichtbar |
| Straßenseite, obere Etagen | mittel bis hoch | Belag gleichmäßiger, weniger Spritzer |
| Hofseite, Seitenflügel | niedrig bis mittel | eher Hausstaub, Pollen und Taubenspuren |
| Nähe zu Bahntrassen oder Baustellen | hoch, teils metallhaltig | Rückstände rau und schwer löslich |
| Grünlage mit wenig Verkehr | niedrig | vorwiegend Pollen und organischer Schmutz |
Besonders auffällig ist der Unterschied in Gründerzeitvierteln mit Vorderhaus und Hinterhof: Die Fenster zur Straße brauchen dort häufig deutlich mehr Pflege als die zum Hof. Wie sich die ruhigere Seite verhält, beschreibt der Artikel über Hinterhoffenster.
Typische Fehler
So wird der Belag schlimmer statt besser
Ein Rußfilm reagiert empfindlich auf falsche Behandlung. Drei Fehler sehen wir immer wieder:
Trocken abreiben
Ein Staubtuch oder trockenes Papier verteilt die fettige Schicht, statt sie aufzunehmen. Zurück bleiben Schlieren, die im Gegenlicht noch stärker auffallen als vorher.
Zu wenig Lösekraft
Reines Wasser oder Essigwasser hat gegen Ruß nur geringe Wirkung. Der Film wird dünner, aber nicht entfernt, und nach dem Trocknen sieht das Glas fleckig aus.
Zu viel Mittel
Reichlich Glasreiniger aus der Sprühflasche hinterlässt selbst einen Film, an dem neuer Staub umso besser haftet. Sparsam dosieren ist wirksamer.
Welche Produkte gegen fettige Verschmutzung tatsächlich helfen, vergleicht der Beitrag Fensterputzmittel im Vergleich.
Anleitung
Grauschleier in vier Durchgängen lösen
Bei leichter bis mittlerer Verschmutzung kommen Sie mit Haushaltsmitteln aus. Wichtig ist, dass das Wasser fettlösend wirkt und dass Sie mit ausreichend Flüssigkeit arbeiten.
Vornässen
Die Scheibe mit einem gut getränkten Einwascher oder Schwamm großzügig benetzen und einige Minuten einwirken lassen. So weichen Partikel auf, bevor Reibung entsteht.
Mit Spülmittelwasser einwaschen
Etwa einen Teelöffel Spülmittel auf einen Eimer lauwarmes Wasser geben. Der Fettlöser bindet den Ruß. Bei starkem Belag kann ein kleiner Schuss Spiritus zusätzlich helfen.
Abziehen und Wasser wechseln
Mit dem Abzieher in Bahnen arbeiten, Gummilippe nach jedem Zug abwischen. Ist das Wasser deutlich grau, lieber frisch ansetzen, statt den Schmutz zurück auf das Glas zu bringen.
Zweiter Durchgang bei Bedarf
Bleibt ein Schleier, das Ganze wiederholen. Bei Rahmen und Dichtungen ein weiches Tuch verwenden, keine Scheuerschwämme.
Praxistipp: Prüfen Sie das Ergebnis nicht nur frontal, sondern auch seitlich im Gegenlicht. Rußfilme verraten sich dort durch einen bläulich-grauen Schimmer, den man von vorn kaum sieht.
Ehrlich gesagt
Wann normales Putzen nicht mehr reicht
Liegt der Belag über Jahre auf dem Glas, kann er sich mit Kalk aus Regenwasser und Metallpartikeln zu einer festen Schicht verbinden. Typisch ist das bei lange leerstehenden Läden, ungepflegten Treppenhausfenstern oder Fenstern neben einer Bahnstrecke. Dann fühlt sich die Scheibe nach dem Putzen rau an, wenn man mit den Fingerspitzen darüberfährt.
In solchen Fällen braucht es eine Intensivbehandlung mit abgestimmten Mitteln und, wo das Glas es zulässt, einem fachgerecht geführten Glasschaber. Laien sollten mit Klingen zurückhaltend sein: Auf beschichteten Scheiben oder bei eingebetteten Körnern entstehen schnell Kratzer, die sich nicht mehr entfernen lassen. Was dabei zu beachten ist, erklärt der Ratgeber zum richtigen Einsatz des Glasschabers.
Achtung: Nicht jeder graue Schleier ist Schmutz. Milchige, nicht abwischbare Stellen können auf Glaskorrosion hindeuten. Das ist ein Materialschaden, den keine Reinigung rückgängig macht.
Auch drinnen
Der Belag auf der Innenseite
Viele wundern sich, dass auch die Zimmerseite der Scheibe grau wird, obwohl dort kein Auto vorbeifährt. Beim Lüften gelangt Straßenluft in die Wohnung, und ein Teil der Partikel setzt sich am kühleren Glas ab. Dazu kommen Kochdunst, Kerzen und Heizungsluft, die feine Teilchen umwälzt. Das Ergebnis ist ein dünner Film, der sich mit dem Außenbelag überlagert und das Licht spürbar dämpft.
Innen gilt dasselbe Prinzip wie außen: erst anfeuchten, dann mit fettlösendem Wasser waschen und sauber abziehen. Gardinen und Vorhänge, die direkt am Glas hängen, nehmen den Staub ebenfalls auf und geben ihn beim Bewegen wieder ab. Wer sie gelegentlich wäscht, verlängert die Zeit bis zum nächsten Putzen. In Küchen nahe am Fenster hilft eine laufende Dunstabzugshaube, damit sich weniger Fett auf der Scheibe niederschlägt.
Rhythmus
Wie oft putzen an stark befahrenen Straßen?
Eine starre Regel gibt es nicht, aber Erfahrungswerte. An ruhigen Wohnstraßen reichen vielen Haushalten zwei bis drei Durchgänge im Jahr. Liegt die Wohnung an einer Hauptverkehrsstraße, ist ein Abstand von etwa zwei bis drei Monaten oft angemessener, zumindest für die Straßenseite. Geschäfte mit Schaufenster zur Straße planen häufig in deutlich kürzeren Abständen.
Ein guter Kompromiss ist, die stark belasteten Fenster öfter zu reinigen als die ruhige Seite. So bleibt der Aufwand überschaubar und das Glas kommt nie in den Zustand, in dem eine aufwendige Grundreinigung nötig wird.
- Straßenfront in kürzerem Rhythmus, je nach Verkehrslage.
- Hofseite im normalen Turnus, oft zweimal jährlich.
- Rahmen und Fensterbänke bei jeder Runde mitreinigen, weil sich dort Ruß sammelt und mit dem Regen wieder auf das Glas läuft.
Vom Fachbetrieb
Unterstützung bei hartnäckigem Stadtschmutz
Unser Team betreut in Berlin viele Wohnungen und Geschäfte an Hauptstraßen und weiß, wie unterschiedlich sich Rußfilme verhalten. Für die laufende Pflege eignet sich die normale Reinigung von Glas, Rahmen und Falzen, gern in einem festen Turnus ohne Vertragsbindung.
Ist das Glas über lange Zeit vernachlässigt worden, empfehlen wir eine mehrstufige Grundreinigung der Scheiben. Dabei testen wir zunächst an einer kleinen Fläche, welches Verfahren das Glas verträgt, und sagen Ihnen offen, wenn eine Schädigung vorliegt, die sich nicht wegputzen lässt. Pascal Hartmann bewertet solche Fälle auf Wunsch persönlich anhand Ihrer Fotos.
Senden Sie Ihre Anfrage mit bis zu fünf Bildern über das Formular; das Angebot zum Festpreis kommt in der Regel binnen 24 Stunden. Welche Faktoren den Preis bestimmen, lesen Sie unter Preise.
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