Gewerbe & Verwaltung
Bürofenster: Das richtige Reinigungsintervall finden
- Praxiswissen seit 2004
- Fachlich geprüft
- Verständlich erklärt
- Kostenlose Einschätzung per Foto
Auf einen Blick
Die kurze Antwort vorweg
Für ein typisches Berliner Büro in einem Wohn- und Geschäftshaus hat sich ein Rhythmus von drei bis vier Durchgängen pro Jahr für die Außenseite bewährt, innen etwas häufiger. Repräsentative Empfangsbereiche und Glastüren am Eingang brauchen deutlich öfter Aufmerksamkeit, ein Archivraum zum Hinterhof dagegen kaum.
Diese Zahl ist ein Ausgangspunkt, keine Regel. Wer an einer vielbefahrenen Kreuzung sitzt, Kundenverkehr hat oder im Erdgeschoss arbeitet, landet schnell bei sechs oder mehr Terminen. Ein ruhig gelegenes Büro im fünften Stock mit wenig Publikumsverkehr kommt auch mit zwei Durchgängen aus. Wie Sie Ihren eigenen Bedarf ermitteln, zeigen die folgenden Abschnitte.
Einflussgrößen
Sechs Faktoren, die den Rhythmus bestimmen
Lage und Verkehr
Hauptstraßen, Bahntrassen und Baustellen in der Nähe sorgen für Feinstaub und Bremsabrieb auf der Außenseite.
Etage
Im Erdgeschoss kommen Spritzwasser und Berührungen dazu, in hohen Etagen vor allem Witterung und Vogelkot.
Himmelsrichtung
Fenster zur Wetterseite verschmutzen schneller durch Schlagregen, sonnige Südseiten zeigen jede Schliere.
Kundenverkehr
Wo Mandanten oder Bewerber empfangen werden, ist der Anspruch an klare Scheiben höher.
Bauform der Verglasung
Fensterbänder und Glastrennwände zeigen Verschmutzung eher als kleine Sprossenfenster.
Umfeld im Raum
Teeküchen, Raucherbalkone oder Druckerbereiche hinterlassen eigene Spuren auf der Innenseite.
Gerade der Faktor Lage wird in Berlin häufig unterschätzt. Hintergründe dazu liefert der Ratgeber warum Fenster in der Stadt so schnell grau werden. Wer in der Nähe einer Großbaustelle sitzt, sollte außerdem den Beitrag zu Baustellenstaub kennen.
Orientierung
Richtwerte nach Büroart
| Bürotyp | Außen pro Jahr | Innen pro Jahr | Eingang und Glastüren |
|---|---|---|---|
| Kleinbüro, Hinterhaus, wenig Besuch | 2 | 2–3 | monatlich |
| Büroetage im Vorderhaus an Nebenstraße | 3–4 | 4 | alle zwei Wochen |
| Kanzlei, Agentur mit Kundenverkehr | 4–6 | 6 | wöchentlich |
| Erdgeschoss an Hauptstraße | 6–12 | 6 | wöchentlich |
| Coworking, Großraum mit Glastrennwänden | 4 | monatlich (Trennwände) | wöchentlich |
Die Werte stammen aus unserer Praxis mit Büros in verschiedenen Berliner Lagen und sind als Startpunkt gedacht. Ob sie für Ihr Objekt passen, zeigt erst die Erfahrung der ersten Monate.
Praxistipp: Trennen Sie im Auftrag zwischen „Sichtflächen“ (Eingang, Empfang, Besprechungsräume) und „Nebenflächen“ (Flure, Lager, Technik). So können Sie die repräsentativen Bereiche enger takten, ohne das gesamte Gebäude öfter reinigen zu lassen.
Zwei Seiten
Warum innen und außen unterschiedlich getaktet werden
Die Außenseite sammelt Umweltschmutz: Staub, Pollen, Regenrückstände, Ruß. Die Innenseite dagegen bekommt Abdrücke, einen dünnen Film aus Raumluft und in Teeküchen Fettnebel ab. Beides verschmutzt unterschiedlich schnell, und beides wird unterschiedlich wahrgenommen.
Wahrnehmung bei Gegenlicht
Mitarbeitende sitzen meist mit Blick nach draußen. Eine verschmutzte Außenseite fällt ihnen bei tiefstehender Sonne sofort auf, während Besucher eher die Innenseite von Glastüren und Trennwänden bemerken.
Zugang als Kostentreiber
Außen ist der Aufwand oft höher, besonders bei festverglasten Elementen oder in oberen Etagen, wo Teleskopstangen mit Reinwasser oder eine Hubarbeitsbühne nötig werden. Innen reicht meist Handarbeit. Ein gesplitteter Rhythmus spart deshalb Geld, ohne dass die Räume ungepflegt wirken.
Warum sich mit entmineralisiertem Wasser Außenflächen ohne Abziehen streifenfrei reinigen lassen, lesen Sie im Beitrag über Osmosewasser und Reinwassertechnik.
Methode
Den Turnus in vier Schritten nachjustieren
Statt ein Intervall einmal festzulegen und nie wieder anzufassen, lohnt sich ein kurzer Überprüfungszyklus im ersten Jahr.
Mit dem Richtwert starten
Wählen Sie aus der Tabelle oben den passenden Bürotyp und vereinbaren Sie die ersten zwei Termine.
Zustand vor dem Termin festhalten
Fotografieren Sie zwei, drei typische Scheiben kurz vor dem nächsten Durchgang – am besten bei Tageslicht von schräg.
Bewerten
Wirkt das Glas kurz vor dem Termin schon deutlich trüb, ist der Abstand zu lang. Sieht es noch fast sauber aus, können Sie strecken.
Saisonal anpassen
Nach der Pollenzeit im Frühjahr und nach dem Herbstlaub ist der Bedarf oft höher. Ein zusätzlicher Termin im April oder Oktober kann sinnvoller sein als ein gleichmäßig verteilter Rhythmus.
Saisonale Einflüsse erklären auch die Beiträge zu Pollen auf den Scheiben und zum Frühjahrsputz nach dem Winter.
Wirtschaftlichkeit
Häufiger reinigen kann günstiger sein
Es klingt paradox, ist aber in der Praxis oft so: Wer seine Scheiben nur einmal im Jahr reinigen lässt, zahlt pro Durchgang mehr als jemand mit vier Terminen. Der Grund liegt im Schmutz selbst. Ein dünner Staubfilm nach drei Monaten lässt sich mit Einwascher und Abzieher in einem Zug entfernen. Nach zwölf Monaten haben sich dagegen Ablagerungen festgesetzt, Vogelkot ist eingetrocknet, und in den Rahmenecken sitzt eine Kruste aus Staub und Regenwasser. Dann braucht es mehrere Arbeitsgänge, eventuell eine Grundreinigung, und die Arbeitszeit steigt spürbar.
Hinzu kommt der Substanzschutz. Dauerhaft feuchter Schmutz in den Falzen und auf den Dichtungen lässt Gummi schneller altern und verstopft Entwässerungsöffnungen. Wer regelmäßig reinigt, sieht solche Probleme früh und kann sie dem Vermieter oder der Hausverwaltung melden, bevor ein größerer Schaden entsteht.
Wenn der Rückstand schon da ist
Ist ein Büro neu übernommen oder wurde jahrelang nichts gemacht, empfiehlt sich als Start eine gründliche Intensivreinigung. Danach genügt der normale Rhythmus. Was eine solche Grundreinigung umfasst, beschreibt der Ratgeber zu hartnäckigen Verschmutzungen.
Im Büroalltag
Termine ohne Störung des Arbeitsalltags
Damit die Reinigung den Betrieb nicht unterbricht, haben sich einige Absprachen bewährt:
- Randzeiten nutzen: frühe Morgenstunden, späte Nachmittage oder Samstage, wenn die Räume leer sind.
- Fensterbänke freihalten: Pflanzen, Ordner und Bildschirme vor dem Fenster sollten vorher zur Seite, sonst kostet das Umräumen Zeit.
- Schlüssel und Alarm regeln: eine feste Kontaktperson oder ein hinterlegter Schlüssel spart Wartezeit.
- Datenschutz bedenken: Vertrauliche Unterlagen nicht offen am Fenster liegen lassen, auch wenn unser Personal zur Verschwiegenheit angehalten ist.
- Jalousien mitdenken: Wenn ohnehin gereinigt wird, lassen sich verstaubte Lamellen gleich mitbearbeiten.
Achtung: Lassen Sie Mitarbeitende nicht auf Bürostühle oder Schreibtische steigen, um „schnell mal“ eine Scheibe zu wischen. Für Arbeitsunfälle dieser Art gelten klare Regeln, die die gesetzliche Unfallversicherung erläutert.
Vom Fachbetrieb
Wie wir einen Büroturnus aufsetzen
Unsere Glaspflege für Büros beginnt mit einer kurzen Bestandsaufnahme – bei größeren Objekten auf Wunsch als Vor-Ort-Besichtigung, bei kleineren reichen Fotos. Daraus entsteht ein Festpreisangebot für einen einzelnen Durchgang, das Sie im gewählten Rhythmus abrufen. Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht, den Turnus können Sie jederzeit anpassen.
Pascal Hartmann empfiehlt Büros, nach dem ersten Jahr gemeinsam auf die Termine zurückzuschauen und den Plan anhand der Erfahrungen nachzuschärfen. Wer zusätzlich Glastrennwände oder Eingangsanlagen hat, findet passende Angebote bei der Pflege von Trennwänden aus Glas. Einen Überblick über alle Kostenfaktoren bietet die Seite Preise, Ihre Anfrage nehmen wir über das Kontaktformular entgegen. Ob ein dauerhafter Rahmen oder Einzelaufträge sinnvoller sind, klärt der Ratgeber zu Vertrag und Einzelauftrag.
Gut zu wissen
