Nachbarschaft und Alltag
Fensterpflege in Wohngebieten: Tipps für Anwohner
- Praxiswissen seit 2004
- Fachlich geprüft
- Verständlich erklärt
- Kostenlose Einschätzung per Foto
Ausgangslage
Was das Wohnumfeld mit sauberen Scheiben zu tun hat
Berlin ist nicht nur Innenstadt. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt in ruhigeren Wohngebieten mit Ein- und Zweifamilienhäusern, Reihenhauszeilen, Gartenstädten oder kleineren Mietshäusern mit Vorgarten. Dort sind die Fenster weniger Verkehrsruß ausgesetzt, dafür kommen andere Einflüsse hinzu: Hecken und Bäume direkt am Haus, Rasensprenger, Gartenerde, Pollen, Insekten und gelegentlich Holzrauch aus Kaminöfen.
Diese Faktoren bestimmen, wie schnell Ihre Scheiben verschmutzen und welche Art von Belag sich bildet. Wer sein Umfeld kennt, kann gezielter putzen und spart sich Arbeit. Gleichzeitig wirkt sich die Art, wie Sie putzen, auch auf andere aus, etwa wenn Wasser auf das Nachbargrundstück läuft oder Reinigungsmittel in Beete gelangen.
Kurz und praktisch
Zehn Tipps für den Alltag im Wohngebiet
Hecken auf Abstand halten
Sträucher, die bis an die Scheibe wachsen, reiben bei Wind über Glas und Rahmen und tragen Blattläuse, Honigtau und Erde heran. Ein Rückschnitt von einigen Handbreit Abstand hilft.
Rasensprenger ausrichten
Sprenger, die regelmäßig die Fassade treffen, hinterlassen Kalkflecken auf den unteren Fenstern. Strahl so einstellen, dass er vor der Hauswand endet.
Kiesstreifen statt Erde
Ein schmaler Streifen Kies entlang der Hauswand verhindert, dass Regen Erde an Terrassentüren und Kellerfenster spritzt.
Sparsam dosieren
Ein Spritzer Spülmittel im Eimer reicht. Überdosierung führt zu Schlieren und belastet Abwasser und Boden unnötig.
Putzwasser richtig entsorgen
Schmutziges Wasser gehört in Toilette oder Ausguss, nicht in den Gully auf der Straße und nicht ins Blumenbeet.
Rücksicht bei Lärm und Leitern
Leitern auf gemeinsamen Wegen kurz ankündigen und nicht über Nacht stehen lassen. Akkusauger oder Hochdruckgeräte besser nicht in Ruhezeiten einsetzen.
Vom Boden aus arbeiten
Ein Teleskopstiel ersetzt bei vielen Erdgeschoss- und Obergeschossfenstern die Leiter und ist sicherer.
Mit dem Nachbarn absprechen
Bei Doppel- und Reihenhäusern liegen Fenster manchmal direkt an der Grundstücksgrenze. Eine kurze Absprache vermeidet Ärger, wenn Sie den Nachbargarten betreten müssen.
Zwei weitere Punkte betreffen Gerät und Planung: Werkzeug nach jedem Einsatz ausspülen und trocknen, damit sich keine Keime im Schwamm bilden, und Putztermine an ruhige, bewölkte Tage legen.
Nachhaltig putzen
Wasser und Mittel bewusst einsetzen
Im Wohngebiet landet ablaufendes Putzwasser schnell im Garten oder auf der Terrasse. Herkömmliche Glasreiniger enthalten Tenside, Lösungsmittel und Duftstoffe, die in größeren Mengen Pflanzen und Bodenlebewesen schaden können. Für normale Verschmutzung genügt lauwarmes Wasser mit wenig Spülmittel. Wer Essig als Hausmittel verwendet, sollte bedenken, dass er Naturstein und manche Dichtungen angreifen kann.
Tipps zu umweltschonenden Haushaltsreinigern gibt die Verbraucherzentrale. Einen eigenen Überblick über Methoden bietet unser Beitrag zu umweltfreundlicher Fensterreinigung.
Praxistipp: Sammeln Sie Regenwasser in einer Tonne und verwenden Sie es zum Putzen. Es ist von Natur aus kalkarm und hinterlässt auf dem Glas weniger Ränder als hartes Berliner Leitungswasser. Nur gröbere Partikel vorher absetzen lassen.
Übers Jahr
Ein sinnvoller Rhythmus für Haus und Garten
In Wohngebieten mit viel Grün folgt die Verschmutzung stark den Jahreszeiten. Ein Plan, der sich daran orientiert, spart Arbeit:
| Jahreszeit | Typische Belastung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Frühjahr | Pollen, Blütenstaub, Insekten | Hauptreinigung nach der stärksten Pollenzeit |
| Sommer | Honigtau unter Bäumen, Staub, Gewitterspritzer | Zwischenreinigung der Terrassen- und Gartenfenster |
| Herbst | Laub, Regen, volle Dachrinnen | Rinnen leeren, danach Fenster und Rahmen |
| Winter | Kondenswasser innen, Kaminrauch | Innenseiten pflegen, außen nur an milden Tagen |
Ausführlicher zu den einzelnen Phasen: Laub und Regen im Herbst sowie die Hinweise zum Frühjahrsputz.
Spezielle Flächen
Wintergarten, Terrassentür und Kellerfenster
Terrassen- und Balkontüren
Großflächige Türen zum Garten werden am häufigsten angefasst und von Kindern und Haustieren markiert. Die untere Hälfte verträgt öfter einen schnellen Wisch mit feuchtem Mikrofasertuch, während die ganze Scheibe nur im normalen Turnus gewaschen wird. Die Laufschienen von Hebe-Schiebe-Türen sammeln Sand und Grashalme; regelmäßiges Aussaugen schont die Rollen.
Kellerfenster und Lichtschächte
Lichtschächte füllen sich mit Laub, Spinnweben und manchmal Kleintieren. Wer den Gitterrost anhebt und den Schacht säubert, bringt deutlich mehr Licht in den Keller. Dabei auf Handschuhe achten und den Rost danach wieder sicher einlegen.
Wintergarten und Überdachung
Glasdächer über Terrassen und Wintergärten verschmutzen durch Laub und Vogelkot besonders schnell. Bitte nie auf Glasdächer steigen. Vorgehen und Grenzen erläutert der Ratgeber Wintergarten reinigen.
Mehrfamilienhaus
Gemeinsam statt nebeneinander: Absprachen im Mietshaus
In kleineren Mehrfamilienhäusern mit Vorgarten teilen sich mehrere Parteien Eingang, Treppenhaus und manchmal den Hof. Hier lohnt es sich, ein paar Dinge gemeinsam zu regeln. Wer übernimmt die Glastür am Eingang, die Fenster im Treppenhaus oder das Oberlicht über der Haustür? Ist das im Mietvertrag oder in einer Hausordnung festgelegt, gilt diese Regelung. Fehlt eine Absprache, entstehen leicht Lücken, und manche Flächen werden jahrelang von niemandem geputzt.
Praktisch ist ein kurzer Aushang oder eine Nachricht in der Hausgruppe, wenn Sie selbst putzen: So weiß die Nachbarschaft, warum eine Leiter im Hausflur steht oder Wasser auf dem Vordach liegt. Wenn mehrere Parteien ohnehin einen Fachbetrieb beauftragen möchten, lässt sich ein gemeinsamer Termin oft günstiger organisieren als viele einzelne. Wer im Mietrecht unsicher ist, findet Orientierung im Beitrag zu Pflichten von Mietern und Vermietern; eine Rechtsberatung ersetzt er nicht.
Mit Bedacht
Sicher bleiben bei Leiter und Obergeschoss
Die meisten Unfälle beim Fensterputzen passieren nicht in großer Höhe, sondern beim schnellen Griff zur Haushaltsleiter auf unebenem Gartenboden. Weicher Rasen, Beetkanten oder ein Gefälle reichen, damit eine Leiter seitlich wegkippt.
- Festen, ebenen Untergrund schaffen, notfalls mit einer stabilen Platte unter den Leiterfüßen.
- Nicht seitlich hinauslehnen, lieber die Leiter öfter umstellen.
- Zweite Person in Rufweite haben, wenn Sie im Obergeschoss arbeiten.
- Bei Wind und Nässe die Arbeit verschieben.
Achtung: Wer unsicher auf Leitern steht oder gesundheitlich eingeschränkt ist, sollte Außenflächen im Obergeschoss nicht selbst putzen. Hilfreiche Hinweise gibt der Beitrag zur Leitersicherheit beim Fensterputzen.
Vom Fachbetrieb
Unterstützung für Haushalte im Wohngebiet
Viele unserer Kunden in Siedlungen und Wohngebieten lassen die schwer erreichbaren Fenster im Obergeschoss, große Glasflächen zum Garten oder die halbjährliche Komplettrunde von uns erledigen und übernehmen den Rest selbst. Diese Aufteilung ist völlig in Ordnung. Unser Team arbeitet mit wasserführenden Stangen und entmineralisiertem Wasser, sodass viele Außenflächen ohne Leiter vom Garten aus erreichbar sind, und wir achten darauf, dass kein Schmutzwasser in Beete oder auf Nachbargrundstücke läuft.
Wie die Reinigung in Wohnung und Haus abläuft, beschreibt die Seite Fenster für Privathaushalte. Pascal Hartmann, unser fachlich Verantwortlicher, rät bei Häusern mit viel Grün zu zwei festen Terminen im Jahr, die sich nach Pollen- und Laubzeit richten; eine Mindestlaufzeit gibt es nicht. Wohnen Sie etwa in Zehlendorf oder einem anderen grünen Stadtteil, ist die Anfahrt im Berliner Einsatzgebiet in der Regel ohne Aufpreis.
Fotos und Anzahl der Fenster senden Sie über das Kontaktformular; das Festpreisangebot erhalten Sie meist innerhalb von 24 Stunden.
Gut zu wissen
