Fensterarten & Glas
Bodentiefe Fenster und Panoramaverglasungen pflegen
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Große Flächen
Was raumhohe Verglasungen anspruchsvoll macht
Ein klassisches Fenster mit Brüstung misst vielleicht einen Quadratmeter Glas. Ein bodentiefes Element in einem Neubau oder einer sanierten Gründerzeitwohnung bringt es schnell auf das Dreifache, Hebe-Schiebe-Türen zum Garten oft auf noch mehr. Mit der Fläche wächst nicht nur die Arbeit, sondern auch die Fehlerquote: Das Wasser trocknet an einer Seite, während Sie an der anderen noch einwaschen, und im unteren Drittel sammeln sich Schmutzwasser und Streifen.
Hinzu kommt, dass die untere Zone dieser Scheiben besonders beansprucht wird. Kinderhände, Haustiere, Staubsauger und Spritzwasser von der Terrasse hinterlassen dort Spuren, während der obere Teil kaum verschmutzt. Viele Bewohner putzen deshalb nur unten – und wundern sich später über einen sichtbaren Rand in Hüfthöhe.
Typische Varianten
- Französische Fenster mit Dreh-Kipp-Flügel und Absturzsicherung aus Glas oder Metall
- Hebe-Schiebe-Türen mit schwerem Flügel und Bodenschiene
- Festverglasungen neben Öffnungsflügeln, häufig über mehrere Meter Breite
- Eckverglasungen ohne Pfosten, bei denen zwei Scheiben stumpf aneinanderstoßen
Werkzeugkiste
Die richtige Ausrüstung für große Scheiben
Mit Sprühflasche und Küchenrolle kommt man bei Panoramaglas nicht weit. Besser ist die Ausrüstung, mit der auch Profis arbeiten – in kleinerem Maßstab.
- Einwascher mit 35 bis 45 Zentimeter Breite: verteilt Wasser gleichmäßig und nimmt Schmutz auf, ohne zu tropfen.
- Abzieher in passender Breite: eine scharfe, unbeschädigte Gummilippe ist wichtiger als die Marke.
- Teleskopstiel bis etwa zwei Meter: erspart die Leiter bei Scheiben bis zur Deckenhöhe einer normalen Wohnung.
- Mehrere trockene Mikrofasertücher: für Ränder, Ecken und Nacharbeit.
- Abdeckvlies oder alte Handtücher: schützt Parkett, Teppich und Dielen vor Wasser.
Ob Sie lieber mit Tuch oder Leder nachpolieren, ist eine Frage der Gewohnheit. Die Unterschiede beleuchtet der Beitrag Mikrofasertuch oder Fensterleder.
So geht’s
Ablauf in Abschnitten statt in einem Zug
Der wichtigste Grundsatz bei großen Scheiben lautet: Teilen Sie die Fläche gedanklich in Felder und arbeiten Sie ein Feld komplett fertig, bevor Sie das nächste nass machen. So trocknet nichts an.
Boden schützen und Möbel abrücken
Vorhänge zur Seite binden, Pflanzen wegstellen, Vlies auslegen. Bei Holzböden lieber zwei Lagen, denn Wasser läuft an der unteren Dichtung aus.
Rahmen und Schiene zuerst
Erst saugen Sie die Bodenschiene aus, dann wischen Sie das Profil feucht ab. Wer mit dem Glas beginnt, spült später Schmutz aus dem Rahmen wieder auf die frische Scheibe.
Oberes Feld einwaschen und abziehen
Mit dem Teleskopstiel die obere Hälfte einwaschen und im sogenannten Schwung oder in senkrechten Bahnen abziehen. Die Kante zum unteren Feld bleibt zunächst feucht.
Unteres Feld mit überlappendem Rand
Nun die untere Hälfte einwaschen und dabei einige Zentimeter in den bereits fertigen Bereich hineinarbeiten. Dadurch entsteht keine sichtbare Trennlinie.
Kanten trocken nachziehen
Den Wasserrand am unteren Rahmen mit einem trockenen Tuch aufnehmen. Hier sitzt bei raumhohen Scheiben die häufigste Schlierenquelle.
Kontrolle im Gegenlicht
Treten Sie zwei Schritte zurück und schauen Sie schräg auf die Fläche. Kleine Reste lassen sich jetzt noch punktuell polieren.
Praxistipp: Arbeiten Sie innen und außen mit unterschiedlicher Zugrichtung – innen waagerecht, außen senkrecht. Bleibt eine Schliere übrig, sehen Sie sofort, auf welcher Seite sie sitzt.
Mehr über die Entstehung von Streifen und wie man sie vermeidet, steht im Beitrag Warum Schlieren entstehen.
Mechanik
Schienen, Laufwagen und Dichtungen von Schiebeanlagen
Bei Hebe-Schiebe-Türen läuft der schwere Flügel auf Rollen in einer Bodenschiene. Sand, Haare und Laub, die sich dort sammeln, wirken wie Schleifpapier und machen das Öffnen mühsam. Eine saubere Schiene verlängert die Lebensdauer der Laufwagen spürbar.
So reinigen Sie die Bodenschiene
Saugen Sie zuerst mit einer schmalen Fugendüse. Anschließend lösen Sie Verkrustungen mit einem Pinsel und etwas Spülwasser. Die Entwässerungsöffnungen außen sollten frei sein, damit Regenwasser abfließen kann – ein Zahnstocher oder Pfeifenreiniger hilft. Ölen oder fetten sollten Sie Laufschienen nur, wenn der Hersteller das ausdrücklich empfiehlt; Fett zieht sonst neuen Schmutz an.
Bürstendichtungen und Gummiprofile
Viele Schiebeanlagen haben seitlich Bürstendichtungen, die Zugluft abhalten. Diese lassen sich mit einer weichen Bürste ausstreichen. Gummiprofile wischen Sie mit klarem Wasser ab und lassen sie trocknen. Pflegestifte mit Silikonöl oder Glycerin halten sie elastisch; genauer beschreibt das der Beitrag zur Pflege von Fensterdichtungen.
Terrasse und Balkon
Die Außenseite: Spritzwasser, Pollen und Vogelkot
Bodentiefe Elemente zur Terrasse bekommen bei jedem Regen Spritzwasser vom Boden ab. Es enthält Erde, Sand und Kalk, die als braune Tupfen im unteren Bereich trocknen. Ein Kiesstreifen vor der Scheibe oder ein Pflanzkübel in einigem Abstand reduziert das. Wichtig ist, Erde zunächst mit viel Wasser einzuweichen und nicht trocken zu reiben, sonst entstehen feine Kratzer.
Im Obergeschoss oder auf Balkonen sind es eher Pollen und Vogelkot. Kot sollte zügig entfernt werden, da er Säuren enthält, die bei längerer Einwirkung die Glasoberfläche angreifen können. Einweichen, abnehmen, dann normal putzen.
Achtung: Französische Fenster im Obergeschoss niemals von außen putzen, indem Sie sich über das Brüstungsgitter lehnen. Die Außenseite fester Elemente oberhalb des Erdgeschosses gehört in die Hände von Leuten mit passender Sicherung oder Reinwassertechnik.
Turnus
Wie oft große Scheiben Pflege brauchen
Ein starres Intervall gibt es nicht. Die folgende Übersicht dient als Orientierung für Wohnräume:
| Situation | Innenseite | Außenseite |
|---|---|---|
| Wohnung ohne Kinder und Tiere, Obergeschoss | alle 2–3 Monate | 2–3× jährlich |
| Familie mit Kleinkind oder Hund | Untere Zone wöchentlich nachwischen | 3–4× jährlich |
| Erdgeschoss mit Terrasse und Garten | alle 2 Monate | nach Bedarf, oft 4× jährlich |
| Hauptstraße oder Baustelle in der Nähe | monatlich | häufiger, je nach Staub |
Ausführlicher setzt sich der Artikel Wie oft Fenster geputzt werden sollten mit der Frage auseinander.
Gut zu wissen
Sicherheitsglas und Markierungen im Blick behalten
Bodentiefe Verglasungen bestehen in Wohnungen und öffentlichen Gebäuden häufig aus Verbund- oder Einscheiben-Sicherheitsglas. Das erkennen Sie oft an einem kleinen Stempel in einer Scheibenecke. Für die Reinigung ändert das wenig, wohl aber für den Umgang mit Klingen: Einscheiben-Sicherheitsglas kann bei der Herstellung winzige Partikel auf der Oberfläche tragen, die ein Schaber mitreißt und dabei lange Kratzer zieht. Verzichten Sie deshalb auf Klingen, solange Sie den Glastyp nicht kennen.
In Büros, Praxen und Läden kleben auf großen Glasflächen oft Sichtstreifen oder Punkte, die vor dem Hineinlaufen warnen. Solche Markierungen werden beim Putzen ausgespart und dürfen nicht abgelöst werden. Hintergründe zu Glas am Arbeitsplatz finden Sie bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
Vom Fachbetrieb
Unterstützung durch FensterreinigerBerlin
Ein bis zwei raumhohe Scheiben im Erdgeschoss lassen sich mit etwas Übung gut allein pflegen. Kommen Festverglasungen in Obergeschossen, Galerien oder Eckelemente ohne Pfosten hinzu, ist die Arbeit körperlich und sicherheitstechnisch anspruchsvoll. Unsere Fachkräfte arbeiten bei solchen Aufträgen mit Einwascher und Abzieher von Hand und außen, wo es passt, mit wasserführenden Stangen und entmineralisiertem Wasser.
Für Privathaushalte bieten wir die klassische Reinigung von Fenstern samt Rahmen und Falzen an, für innenliegende Glaswände, Ganzglastüren und Raumteiler die Pflege von Innenverglasungen. Schicken Sie Fotos der Elemente über unsere Kontaktseite, dann erhalten Sie ein Festpreisangebot. Pascal Hartmann sieht sich bei größeren Objekten auf Wunsch die Situation vor Ort an.
Gut zu wissen
