Fensterarten & Glas
Alles, was Sie über Fenster wissen müssen
- Praxiswissen seit 2004
- Fachlich geprüft
- Verständlich erklärt
- Kostenlose Einschätzung per Foto
Anatomie
Woraus ein Fenster besteht
Ein modernes Fenster ist ein kleines technisches System aus mehreren Komponenten, die zusammenarbeiten müssen. Fällt eine davon aus, merkt man das an Zugluft, Kondenswasser oder schwergängigen Griffen.
Blendrahmen
Der fest mit der Wand verbundene äußere Rahmen. Er trägt das gesamte Fenster und wird über Dübel oder Schrauben im Mauerwerk verankert.
Flügelrahmen
Der bewegliche Teil, der das Glas hält. Zwischen Flügel und Blendrahmen liegt der Falz, in dem sich gern Schmutz sammelt.
Verglasung
Heute meist Zwei- oder Dreifach-Isolierglas, im Altbau auch Einfachglas. Das Glas macht den größten Teil der Fläche aus.
Beschlag
Die Mechanik aus Griff, Getriebe, Scharnieren und Verriegelungszapfen. Sie sorgt dafür, dass der Flügel dreht, kippt und dicht schließt.
Dichtungen
Gummi- oder Kunststoffprofile im Falz und an der Glasleiste. Sie halten Wind und Regen draußen.
Anschluss zur Wand
Fugen, Dichtbänder und Fensterbänke verbinden das Element mit dem Baukörper. Schäden zeigen sich hier oft als Feuchteflecken.
Verglasung
Glasarten und was sie leisten
Glas ist nicht gleich Glas. Die Art der Scheibe bestimmt Wärmeschutz, Schallschutz, Sicherheit und teilweise auch die Pflege.
Floatglas
Das Standardglas, das auf einem Zinnbad gegossen wird. Es ist plan, klar und bildet die Basis für fast alle weiteren Glasarten.
Isolierglas
Zwei oder drei Scheiben mit einem gasgefüllten, luftdicht verschlossenen Zwischenraum. Eine hauchdünne Metallbeschichtung auf einer Innenseite reflektiert Wärmestrahlung zurück in den Raum. Bildet sich Kondensat zwischen den Scheiben, ist der Randverbund undicht – Putzen hilft dann nicht.
Sicherheitsglas
Einscheiben-Sicherheitsglas zerfällt bei Bruch in kleine Krümel, Verbundsicherheitsglas hält durch eine Folie zusammen. Beide finden sich bei bodentiefen Fenstern, Türen und Geländern. Mehr dazu im Beitrag über Schallschutz- und Sicherheitsglas.
Beschichtetes Glas
Sonnenschutz- oder selbstreinigende Beschichtungen auf der Außenseite verlangen angepasste Mittel und Werkzeuge. Klingen und Scheuermittel können sie zerstören.
Zahlen verstehen
Kennwerte, die in Angeboten auftauchen
Wer neue Fenster plant oder ein Datenblatt liest, begegnet einigen Abkürzungen. Die wichtigsten im Überblick:
| Kennwert | Bedeutung | Faustregel |
|---|---|---|
| Uw-Wert | Wärmedurchgang des ganzen Fensters | Je kleiner, desto besser gedämmt |
| Ug-Wert | Wärmedurchgang nur der Verglasung | Dreifachglas liegt deutlich unter Zweifachglas |
| g-Wert | Anteil der Sonnenenergie, der durch das Glas gelangt | Niedrig bei Sonnenschutzglas, höher bei Wärmeschutzglas |
| Rw-Wert | Schalldämmung in Dezibel | Je höher, desto ruhiger |
| RC-Klasse | Einbruchhemmung | Höhere Klasse, mehr Widerstand |
Die gesetzlichen Anforderungen an den Wärmeschutz beim Austausch regelt das Gebäudeenergiegesetz, dessen Wortlaut auf gesetze-im-internet.de nachzulesen ist. Für die konkrete Planung sollten Sie sich von einem Fensterbauer oder Energieberater beraten lassen; dieser Artikel ersetzt keine Fachplanung.
Profile
Rahmenwerkstoffe im Vergleich
Der Rahmen bestimmt nicht nur die Optik, sondern auch Pflegeaufwand und Lebensdauer. In Berliner Wohnhäusern trifft man vor allem auf vier Varianten.
Holz ist der traditionelle Werkstoff und in vielen Altbauten bis heute im Einsatz. Er dämmt gut und lässt sich reparieren, braucht aber regelmäßig einen neuen Anstrich, besonders auf der Wetterseite. Kunststoff ist preiswert und pflegeleicht, reagiert aber auf aggressive Reiniger und vergilbt mit der Zeit. Aluminium ist sehr stabil und schlank, wird vor allem in Gewerbebauten und bei großen Glasflächen verwendet und verträgt keine kratzenden Werkzeuge. Holz-Aluminium kombiniert eine wohnliche Innenseite mit einer wetterfesten Außenschale.
Wie Sie die einzelnen Materialien richtig behandeln, zeigt der Beitrag über das Reinigen von Kunststoff-, Holz- und Alurahmen.
Raumklima
Richtig lüften und Kondenswasser vermeiden
Dichte, moderne Fenster haben einen Nebeneffekt: Die Feuchtigkeit aus Kochen, Duschen und Atmen bleibt im Raum, wenn nicht gelüftet wird. Schlägt sie sich an kalten Flächen nieder, entstehen Tropfen am Glasrand, nasse Fensterbänke und mit der Zeit Schimmel in Dichtungen und Silikonfugen.
- Stoßlüften statt Kippen: Mehrmals täglich für einige Minuten weit öffnen; dauerhaft gekippte Flügel kühlen Laibung und Sturz aus.
- Querlüften: Gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen, so tauscht sich die Luft besonders schnell aus.
- Kondensat abwischen: Morgens Wasser am unteren Glasrand mit einem Tuch aufnehmen, bevor es in die Dichtung zieht.
- Möbel mit Abstand: Schwere Vorhänge und Möbel direkt vor dem Fenster verhindern, dass warme Raumluft die Scheibe erreicht.
Beratung zum Lüften und zur Vermeidung von Schimmel bieten unter anderem die Verbraucherzentralen.
Jahresplan
Ein einfacher Pflegeplan fürs ganze Jahr
Fenster brauchen keine aufwendige Pflege, aber eine regelmäßige. Mit diesem Rhythmus bleiben sie funktionstüchtig und ansehnlich:
Frühjahr: Gründliche Reinigung
Nach dem Winter Glas, Rahmen und Falze innen und außen säubern. Dabei Dichtungen und Wasserablauflöcher im unteren Rahmen kontrollieren und freimachen.
Sommer: Sonnenschutz und Gitter
Jalousien, Raffstores und Insektenschutz mitreinigen. Blütenstaub von Außenbänken entfernen.
Herbst: Beschläge und Dichtungen
Bewegliche Teile des Beschlags mit einem Tropfen harzfreiem Öl versehen, Dichtungen mit Pflegestift oder Silikonfett behandeln. Zweite Reinigung vor der dunklen Jahreszeit.
Winter: Kondensat im Blick
Regelmäßig lüften, Feuchtigkeit am Glasrand abwischen, Innenscheiben nach Bedarf reinigen.
Praxistipp: Schauen Sie bei der Frühjahrsreinigung in die kleinen Schlitze unten im Blendrahmen. Diese Entwässerungsöffnungen führen Regenwasser nach außen ab. Sind sie verstopft, steht Wasser im Falz. Ein Pfeifenreiniger macht sie frei.
Wie Sie dabei mit den Dichtungsprofilen umgehen, erläutert der Beitrag zur Pflege von Fensterdichtungen.
Wie lange hält ein Fenster?
Lebensdauer und Anzeichen für Handlungsbedarf
Gut gepflegte Fenster halten Jahrzehnte. Holzfenster in Altbauten sind teils über hundert Jahre alt und funktionieren noch, wenn der Anstrich regelmäßig erneuert wurde. Kunststoff- und Alufenster erreichen bei normaler Nutzung ebenfalls lange Standzeiten. Verschleißteile sind vor allem Dichtungen und Beschläge; diese lassen sich meist einzeln ersetzen.
Folgende Anzeichen deuten darauf hin, dass ein Fachbetrieb für Fenster einen Blick darauf werfen sollte:
- Spürbare Zugluft trotz geschlossener Flügel
- Beschlagene oder milchige Isolierscheiben von innen
- Flügel, die schleifen, hängen oder sich nur mit Kraft schließen lassen
- Abblätternder Lack und dunkle, weiche Stellen am Holz
- Feuchteflecken an der Laibung neben dem Fenster
Achtung: Reinigung kann Glasschäden nicht beheben. Kratzer, Glaskorrosion oder beschlagene Zwischenräume bleiben auch nach gründlichem Putzen sichtbar. Warum das so ist, beschreibt unser Artikel darüber, was Reinigung bei Kratzern und Korrosion nicht leisten kann.
Vom Fachbetrieb
Wobei wir Sie unterstützen
FensterreinigerBerlin ist ein Fachbetrieb der Glas- und Gebäudereinigung, kein Fensterbauer. Unsere Aufgabe ist die Pflege: Glas, Rahmen, Falze und Fensterbänke sauber und schonend reinigen. Dazu gehört die reguläre Reinigung der Fenster innen und außen sowie die gezielte Rahmenreinigung für Kunststoff-, Holz- und Aluprofile.
Bei der Arbeit sieht unser Team die Fenster aus nächster Nähe. Fallen uns verschlissene Dichtungen, beschlagene Scheiben oder Feuchteschäden auf, sprechen wir das an. Reparaturen führen wir nicht aus, aber wir sagen Ihnen ehrlich, was wir sehen. Pascal Hartmann und seine Mitarbeitenden bringen dafür über 20 Jahre Praxis an Berliner Fenstern mit. Einen Überblick über Kosten erhalten Sie auf der Seite Preise und Kostenfaktoren, eine Anfrage stellen Sie über das Kontaktformular.
Gut zu wissen
