Fenster putzen
Fenster zu Hause richtig putzen: Schritt für Schritt
- Praxiswissen seit 2004
- Fachlich geprüft
- Verständlich erklärt
- Kostenlose Einschätzung per Foto
Bevor es losgeht
Gute Vorbereitung spart die halbe Arbeit
Wer einfach mit Eimer und Lappen anfängt, merkt nach dem zweiten Flügel, dass etwas fehlt: ein Tuch für die Kanten, eine Unterlage für den Boden, ein Platz für die Pflanzen von der Fensterbank. Nehmen Sie sich deshalb zehn Minuten für die Vorbereitung. Räumen Sie Fensterbänke frei, ziehen Sie Gardinen zur Seite oder nehmen Sie sie ab und legen Sie ein altes Handtuch unter jedes Fenster. Bei Parkett oder Dielen schützt das vor Wasserrändern, die sich später kaum noch entfernen lassen.
Wählen Sie außerdem den Zeitpunkt mit Bedacht. Ein bedeckter, trockener Tag ohne direkte Sonne auf der Scheibe ist ideal. Bei praller Sonne trocknet das Wasser schneller ab, als Sie es abziehen können, und hinterlässt genau die Ränder, die Sie vermeiden wollten. Bei Frost wiederum gefriert die Lösung auf der Außenseite. Mehr dazu, welches Wetter sich eignet, lesen Sie im Beitrag Fenster putzen bei Sonne, Frost oder Regen.
Diese Ausrüstung brauchen Sie
- Einwascher oder weicher Schwamm: verteilt die Lösung gleichmäßig und löst Schmutz, ohne zu kratzen.
- Abzieher mit intakter Gummilippe: 25 bis 35 Zentimeter Breite passen zu den meisten Wohnungsfenstern.
- Zwei bis drei Mikrofasertücher: eines für Rahmen und Falz, eines trocken für die Glaskanten.
- Eimer mit lauwarmem Wasser: dazu wenige Tropfen Spülmittel oder ein milder Glasreiniger.
- Stabiler Tritt statt Stuhl: mit rutschfesten Füßen und Haltebügel.
Welche Tücher sich für welchen Zweck eignen, vergleicht unser Beitrag Mikrofasertuch oder Fensterleder ausführlich.
Erst grob, dann fein
Die sinnvolle Reihenfolge: Rahmen vor Glas
Der häufigste Grund für frisch verschmutzte Scheiben ist eine falsche Reihenfolge. Wer zuerst das Glas putzt und danach den Rahmen abwischt, tropft unweigerlich Schmutzwasser auf die eben gereinigte Fläche. Profis gehen deshalb immer von grob nach fein und von oben nach unten vor.
- Spinnweben und losen Staub am Rahmen und in den Ecken trocken entfernen, etwa mit einem Pinsel oder Handfeger.
- Rahmen und Falz feucht reinigen, solange das Fenster geöffnet ist.
- Außenseite des Glases putzen, dann die Innenseite.
- Glaskanten mit einem trockenen Tuch nachfahren.
- Zum Schluss die Fensterbank wischen, auf die beim Arbeiten etwas getropft ist.
Gerade der Falz, also der Bereich zwischen Flügel und Blendrahmen, wird oft vergessen. Dort sammeln sich Staub, Insekten und abgeriebener Gummi. Wie Sie diese Zone gründlich säubern, erklärt der Artikel über den Fensterfalz als vergessene Schmutzecke.
Schritt für Schritt
So putzen Sie eine Scheibe sauber und streifenarm
Lösung ansetzen
Füllen Sie etwa fünf Liter lauwarmes Wasser in den Eimer und geben Sie nur wenige Tropfen Spülmittel hinzu. Zu viel Mittel ist der Klassiker unter den Fehlern: Es bildet einen Film, der nach dem Trocknen schmiert.
Glas einwaschen
Tauchen Sie den Einwascher ein, streifen Sie ihn kurz am Eimerrand ab und fahren Sie die Fläche in überlappenden Bewegungen ab. Ränder und Ecken bekommen besondere Aufmerksamkeit, denn dort sitzt meist der hartnäckigste Belag.
Glaskante vorbereiten
Wischen Sie mit einem trockenen Tuch einen schmalen Streifen am oberen Rand frei. So setzt der Abzieher auf trockenem Glas an und schiebt kein Wasser unter die Dichtung.
Abziehen in Bahnen
Setzen Sie den Abzieher oben an und ziehen Sie mit leichtem, gleichmäßigem Druck nach unten. Jede Bahn überlappt die vorherige um wenige Zentimeter. Nach jedem Zug wischen Sie die Gummilippe am Tuch ab.
Kanten nacharbeiten
Am unteren Rand bleibt meist ein Wassersaum stehen. Nehmen Sie ihn mit dem leicht feuchten Mikrofasertuch auf, ohne die Glasmitte erneut zu berühren.
Gegenlicht-Kontrolle
Schauen Sie schräg gegen das Licht auf die Scheibe. Kleine Schlieren lassen sich jetzt noch mit einem trockenen, fusselfreien Tuch beseitigen.
Praxistipp: Wer die Abziehtechnik noch übt, arbeitet bei kleinen Scheiben einfach senkrecht in Bahnen. Die elegante S-Bewegung der Profis lohnt sich erst bei großen Flächen. Wie sie funktioniert, zeigt unser Beitrag zum richtigen Umgang mit dem Fensterabzieher.
Zwei Seiten, zwei Aufgaben
Innenseite und Außenseite unterscheiden sich
Innen und außen haben Sie es mit unterschiedlichem Schmutz zu tun. Auf der Innenseite finden sich vor allem Fingerabdrücke, Kochdunst, Nikotin und ein feiner Fettfilm, der sich in Küchen schneller bildet als im Schlafzimmer. Hier hilft eine etwas wärmere Lösung, weil Fett bei Wärme leichter löst.
Außen kommen Straßenstaub, Pollen, Ruß und Regenränder hinzu. In Berlin sorgt der Verkehr dafür, dass Scheiben an Hauptstraßen deutlich schneller grau werden als zum Hinterhof. Grober Belag sollte zuerst mit viel Wasser eingeweicht werden, bevor Sie mit dem Schwamm darüberreiben. Sonst schieben Sie Sandkörner über das Glas, und die können feine Kratzer verursachen.
Wenn Sie außen nicht gut hinkommen
Bei Drehkippfenstern lässt sich der Flügel öffnen, sodass Sie die Außenseite von innen erreichen. Bei Festverglasungen, Oberlichtern oder großen Schiebetüren funktioniert das nicht. Lehnen Sie sich dann keinesfalls weit hinaus und stellen Sie sich nicht auf die Fensterbank. Eine Teleskopstange mit Abzieher hilft bei mittleren Höhen, alles darüber gehört in geübte Hände.
Nicht jedes Fenster ist gleich
Altbau, Sprossen und Dachfenster
Die Grundtechnik gilt für fast jedes Fenster, aber einige Bauformen verlangen Anpassungen. Die Tabelle gibt einen schnellen Überblick.
| Fenstertyp | Besonderheit | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Kastenfenster im Altbau | Vier Glasflächen pro Fenster | Innere Flügel aushängen oder weit öffnen, Holz nicht durchnässen |
| Sprossenfenster | Viele kleine Felder | Kleiner Abzieher oder nur Tuch, Ecken einzeln nacharbeiten |
| Dachfenster | Schräge Lage, Außenseite schwer erreichbar | Flügel um 180 Grad drehen und mit Riegel sichern |
| Bodentiefe Fenster | Große Fläche, Spritzwasser am Boden | Breiten Abzieher nutzen, Boden großzügig abdecken |
Für Gründerzeitbauten mit Doppelflügeln gibt es mit der Altbaufensterreinigung eine eigene Leistung, weil Holz, Kitt und alte Beschläge besonders behutsam behandelt werden müssen.
Aus Erfahrung
Fünf Fehler, die das Ergebnis verderben
Zu viel Reinigungsmittel
Schaum sieht gründlich aus, hinterlässt aber Tenside auf dem Glas. Weniger ist hier tatsächlich mehr.
Zeitungspapier als Allheilmittel
Moderne Druckfarbe färbt eher ab, als dass sie poliert. Weiße Rahmen bekommen dadurch graue Spuren.
Kratzende Schwämme
Die grüne Seite des Küchenschwamms hinterlässt auf beschichtetem Glas bleibende Spuren. Sie hat am Fenster nichts verloren.
Trübes Wasser weiterverwenden
Sobald das Wasser grau wird, verteilen Sie nur noch Schmutz. Wechseln Sie es lieber einmal mehr.
Kreisende Wischbewegungen
Wer mit dem Tuch kreist, schiebt Wasser und Schmutz von einer Ecke in die andere. Klare Bahnen bringen ein ruhigeres Bild.
Woher die störenden Streifen im Detail kommen und wie Sie sie vermeiden, beschreibt der Beitrag Warum Schlieren entstehen.
Ehrlich gesagt
Sicherheit geht vor einem perfekten Ergebnis
Stürze im Haushalt gehören zu den häufigsten Unfallursachen, und das Fensterputzen ist dabei kein seltener Auslöser. Stühle, Kisten oder wackelige Hocker sind keine Aufstiegshilfen. Ein standsicherer Tritt mit Haltebügel kostet wenig und verhindert viel. Hinweise zum sicheren Arbeiten auf Leitern und Tritten veröffentlicht die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung auf dguv.de.
Achtung: Stellen Sie sich niemals auf die Fensterbank und lehnen Sie sich nicht mit dem Oberkörper aus dem geöffneten Flügel. Was sich nur mit Verrenkungen erreichen lässt, ist ein Fall für Teleskopstange oder Fachbetrieb.
Auch ältere Menschen oder Personen mit Gleichgewichtsproblemen sollten gut abwägen. Dazu passt unser Beitrag Fensterputzen im Alter, der Alternativen ohne erhöhtes Sturzrisiko aufzeigt.
Vom Fachbetrieb
Wann sich professionelle Hilfe lohnt
Die meisten Fenster in einer Mietwohnung lassen sich mit der beschriebenen Technik gut selbst pflegen. Es gibt aber Situationen, in denen der Aufwand oder das Risiko zu groß wird: sehr hohe Altbaufenster, unzugängliche Außenseiten, viele Sprossenfelder oder schlicht fehlende Zeit vor einem Umzug oder einer Feier.
Dann übernimmt unser Team die Reinigung von Scheiben, Rahmen und Falzen innen wie außen. Für Wohnungen und Häuser haben wir das Angebot speziell auf Privatkunden zugeschnitten, Details finden Sie unter Fenster putzen lassen im Privathaushalt. Pascal Hartmann, der den Betrieb seit vielen Jahren fachlich verantwortet, legt Wert darauf, dass auch Rahmenecken und Falze im Festpreis enthalten sind.
Welche Faktoren den Aufwand bestimmen, erläutert die Seite Preise und Kostenfaktoren. Ein Angebot erhalten Sie meist innerhalb von 24 Stunden, wenn Sie uns über das Anfrageformular bis zu fünf Fotos Ihrer Fenster schicken.
Gut zu wissen
